Elliot, Team Asano und das neue Square Enix RPG

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Elliot, Team Asano und das neue Square Enix RPG
Bildquelle: Steam

Ich muss ehrlich sagen: Das ist die Art Ankündigung, bei der ich sofort aufhorche, weil hier nicht wieder mit 120 Stunden, kosmetischem Ballast und künstlicher Offenheit gewedelt wird, sondern mit einer festen Laufzeit, einem klaren Team und einer Plattformliste, die ziemlich genau sagt, wohin Square Enix mit diesem Projekt will.

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales und die Rückkehr von Team Asano

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales ist der Titel, an dem man gerade sehr gut sehen kann, warum Team Asano für Square Enix mehr ist als nur ein hübsches Label für nostalgisch gefärbte Rollenspiele. Das Team, benannt nach Produzent Tomoya Asano, steht seit Jahren für Spiele, die nicht groß posaunen müssen, um einen klaren Fingerabdruck zu haben. Bravely Default, Octopath Traveler, Triangle Strategy, das sind alles Projekte, bei denen man ziemlich schnell merkt, dass hier Leute arbeiten, die Struktur lieben und ihre Systeme lieber sauber bauen als laut bewerben.

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales – Screenshot 3
© Square Enix (Steam)

Und genau deshalb ist dieses neue Projekt spannend. The Adventures of Elliot: The Millennium Tales klingt erst einmal nach klassischem Fantasy-RPG, nach Heldenreise, nach Artefakten und Schicksal und wahrscheinlich mindestens einem Altmeister, der mehr weiß, als er zugibt. Das mag auf dem Papier bekannt wirken, aber Team Asano hat in der Vergangenheit oft gezeigt, dass aus vertrauten Formen etwas eigenständig Klares werden kann. Nicht immer perfekt, aber präzise. Und Präzision ist in diesem Markt keine Nebensache, sondern fast schon eine kleine Kampfansage.

Ach ja, fast vergessen: Der Name selbst hat natürlich auch diesen Square-Enix-Ton, der zwischen höfischer Größe und leichtem Theaterdonner pendelt. Klingt komisch, ist aber so. Man weiß ungefähr, was einen erwartet, und weiß es doch nicht ganz.

Ca. 30 Stunden Spielzeit, und das ist keine Kleinigkeit

Das bringt uns zu dem Punkt, der für viele Leser wahrscheinlich der wichtigste ist. Laut der Meldung von Gamereactor soll The Adventures of Elliot: The Millennium Tales etwa 30 Stunden bis zum Abspann brauchen. Das ist eine Zahl, die man nicht einfach wegwinken sollte, denn sie sagt mehr über die Designphilosophie aus als jeder Trailer mit dramatisch wehenden Umhängen.

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales – Screenshot 4
© Square Enix (Steam)

30 Stunden sind im heutigen JRPG-Kontext fast schon angenehm vernünftig. Nicht kurz, nicht ausgehungert, sondern genau in diesem Bereich, in dem ein Spiel genug Raum für Figuren, Welt und Systemtiefe hat, ohne gleich zur Lebensaufgabe zu werden. Ich sage das als jemand, der immer wieder an diesen 80-Stunden-Monstern hängenbleibt, dann drei Wochen pausiert und später nicht mehr weiß, wer eigentlich warum beleidigt ist. Bei 30 Stunden bleibt die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Spiel seinen Rhythmus hält. Man muss halt schon wollen, wird aber auch nicht mit unnötigem Fett erschlagen.

Warum diese Laufzeit für Japan-Fans interessant ist

Wenn du Japan-Spiele nicht nur spielst, sondern auch ein bisschen über ihre Struktur nachdenkst, ist diese Angabe fast lehrreicher als ein halbes Entwicklerinterview. Viele klassische JRPGs arbeiten mit klaren Bögen, festen Etappen und einem starken Gefühl von Fortschritt. Das passt auch sprachlich gut zu Dingen, die Japan-Fans oft schätzen, etwa 職人 (shokunin, Handwerker; Meister seines Fachs)-artige Sorgfalt, also Handwerk, bei dem jeder Teil eine Funktion hat. Keine überladene Wortwolke, sondern ein sauberer Ablauf.

Für Japanisch-Lerner ist so ein Spiel außerdem deshalb interessant, weil gerade kompaktere RPGs weniger von Routine leben und mehr von wiederkehrenden Begriffen, Ortsnamen, Statusmeldungen und Dialogmustern. Wer schon einmal in einem japanischen Rollenspiel mitlesen wollte, kennt das: hp, status, save, quest, dazu rituelle Höflichkeitsformen, die man irgendwann einfach erkennt, weil sie ständig wiederkommen. Das ist kein Ersatz für Unterricht, aber es ist ein sehr brauchbarer Trainingsraum. Meiner Erfahrung nach bleibt man bei 30 Stunden auch eher dran und lernt dadurch mehr, als wenn ein Spiel nach Woche drei nur noch Arbeit ist.

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales – Screenshot 5
© Square Enix (Steam)

Switch 2, PC, PS5 und Xbox Series X im Fokus

Bevor ich dazu komme, was das für die Marktlage heißt, schauen wir uns erst die Plattformen an. The Adventures of Elliot: The Millennium Tales erscheint für Switch 2, PC, PS5 und Xbox Series X. Das ist auffällig, weil Square Enix damit sehr klar auf breite Verfügbarkeit setzt und nicht versucht, das Spiel in einer Nische zu verstecken. Das ist schon eine interessante Sache, nämlich dass ein klar japanisch geprägtes RPG nicht mehr automatisch nur als Hardware-Argument für eine einzige Plattform dient.

Die Switch 2 ist dabei natürlich der auffälligste Punkt, weil sie das Spiel direkt in die Zukunft der Nintendo-Ökosysteme einordnet. Ich würde sagen, das ist für Team Asano fast logisch, denn ihre Spiele funktionieren oft sehr gut auf Plattformen, auf denen man Rollenspiele nicht nur im Wohnzimmer, sondern eben auch unterwegs oder auf kürzeren Sessions spielt. Gleichzeitig decken PC, PS5 und Xbox Series X die komplette aktuelle High-End-Landschaft ab. Keine halben Sachen. Keine seltsamen Ausnahmen für Sammler oder Plattform-Puristen, die dann wieder in Foren über Exklusivität streiten, als hinge das Schicksal der Zivilisation davon ab.

Was diese Plattformwahl über Square Enix verrät

Man kann das auch nüchtern lesen. Square Enix scheint hier ein Spiel zu bauen, das auf möglichst vielen modernen Systemen sauber laufen soll und nicht auf einen einzelnen technischen Showeffekt angewiesen ist. Das ist vernünftig. Gerade Team-Asano-Spiele leben selten davon, die Grafikkarte in den Ausnahmezustand zu schicken. Sie leben von Stil, Lesbarkeit, Tempo und einem Kampfsystem, das mehr ist als bloß Zierde. Ein gutes Beispiel: Octopath Traveler sah auf der richtigen Hardware nicht nur schön aus, sondern hatte durch seinen HD-2D-Stil auch eine klare Identität. Solche Entscheidungen altern oft besser als bloße Grafikdichte.

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales – Screenshot 6
© Square Enix (Steam)

Ich finde diese Plattformpolitik auch aus Japan-Fan-Sicht plausibel. Wer sich für moderne japanische Spiele interessiert, will sie heute nicht mehr nur über einen einzigen Gerätepark definieren. Man schaut, wo das Spiel am angenehmsten läuft, wie stabil die Performance ist, wie viel Komfort geboten wird und ob die Lokalisierung ordentlich aussieht. Das klingt trocken, ist aber am Ende der Teil, der entscheidet, ob man wirklich spielt oder nur darüber redet.

Team Asano, Erwartungshaltung und die eigentliche Frage

Nehmen wir mal an, The Adventures of Elliot: The Millennium Tales hält die Team-Asano-Form. Dann bekämen wir wahrscheinlich ein Rollenspiel, das klare Progression, ordentliche Systemtiefe und eine Welt mit genug Eigenleben liefert, um die 30 Stunden sinnvoll zu tragen. Keine Revolution. Muss es auch nicht sein. Der Reiz solcher Projekte liegt oft darin, dass sie ihre Grenzen kennen und gerade dadurch konzentriert wirken. Das ist kein Makel, sondern oft die eigentliche Qualität.

Gleichzeitig sollte man nicht so tun, als wäre der bloße Name schon eine Garantie. Team Asano hat Respekt verdient, aber keinen Freifahrtschein. Square Enix hat in den letzten Jahren genug Mittelmaß ausgeliefert, um nicht blind zu werden. Deswegen beobachte ich solche Ankündigungen lieber mit gespannter Vorsicht als mit Jubel im Dauerbetrieb. Was ich besonders mag: Wenn ein Spiel nicht behauptet, alles zu können, sondern einfach ein klar umrissenes Ding sein will. Genau dafür ist ein 30-Stunden-RPG oft die bessere Bühne.

Unterm Strich: The Adventures of Elliot: The Millennium Tales klingt nach einem sehr konkreten, sehr vernünftig dimensionierten Square-Enix-RPG, das mit Team Asano, etwa 30 Stunden Laufzeit und vier aktuellen Plattformen ziemlich klar positioniert ist. Das muss man halt schon wollen, und wenn man es will, dann ist das eher ein Plus als ein Kompromiss. Es bleibt die Frage, wie viel Eigenständigkeit am Ende tatsächlich im Kampfsystem, in der Welt und im Schreiben steckt. Die Antwort ist vermutlich erst im Spiel selbst zu finden. Aber das ist kein schlechter Ausgang für etwas, das mit einem sauberen, ehrlichen Aufbau begonnen hat. Na, überzeugt?

Haeufige Fragen

Worum geht es bei The Adventures of Elliot: The Millennium Tales?

Es ist ein neues Square-Enix-RPG von Team Asano, das auf eine klassische Fantasy-Atmosphaere und klar strukturierte Rollenspiel-Mechaniken setzt.

Wie lange soll das Spiel dauern?

Laut der aktuellen Angabe soll die Spielzeit bei rund 30 Stunden liegen.

Auf welchen Plattformen erscheint das Spiel?

Geplant sind Switch 2, PC, PS5 und Xbox Series X.

Bevor du gehst, schau gern auch bei mehr Japan-News auf jpnerd.com vorbei.

Quellen

  1. Gamereactor

KI-generiert

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