Octopath Traveler auf Switch 2: Square Enix patzt

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Octopath Traveler auf Switch 2: Square Enix patzt
Bildquelle: Steam

Wer Octopath Traveler und Octopath Traveler II schon auf Switch besitzt, schaut in die Röhre. Und genau da beginnt die Kritik, die sich nicht mit einem Schulterzucken erledigen lässt.

Octopath Traveler und Octopath Traveler II, zwei starke JRPGs, ein dicker Haken

Octopath Traveler war 2018 für viele JRPG-Fans ein kleiner Paukenschlag. Das Spiel von Acquire und Square Enix setzte auf HD-2D, acht Protagonisten und einen Stil, der gleichzeitig nostalgisch und frisch wirkte. Octopath Traveler II legte 2023 nach, mit saubererer Dramaturgie, besserem Tempo und noch mehr Feinschliff.

OCTOPATH TRAVELER™ – Screenshot 4
© Square Enix (Steam)

Gerade diese beiden Spiele eignen sich für eine neue Plattform wie die Switch 2 fast perfekt. Die Mischung aus tragbarer Konsole, Japans starkem RPG-Erbe und moderner Technik klingt nach einem einfachen Treffer. Und jetzt kommt's: Genau hier macht Square Enix einen Fehler, der für viel Frust sorgt.

Die Switch-2-Versionen reviven die beiden JRPGs, aber ohne echten Komfort für bestehende Besitzer. Wer schon auf Switch investiert hat, soll noch mal neu zahlen. Klingt komisch, ist aber so. Siehst du, was ich meine?

Switch-2-Port ohne Upgrade-Pfad, das nervt aus gutem Grund

Der Kern der Kritik ist schnell erklärt. Es gibt für die neuen Switch-2-Portierungen von Octopath Traveler und Octopath Traveler II keinen Upgrade-Pfad. Wer die Spiele auf der alten Switch besitzt, bekommt also kein vergünstigtes Update, kein digitales Übertragen in eine technisch bessere Fassung und kein freundliches Ökosystem, wie man es sich bei Nintendo und Square Enix wünscht.

OCTOPATH TRAVELER™ – Screenshot 5
© Square Enix (Steam)

Verglichen mit dem, was Spieler heute überhaupt erwarten, wirkt das rückwärts. Sony, Microsoft und auch Nintendo selbst haben in den letzten Jahren immer wieder Wege gezeigt, wie ein bezahltes Upgrade fair aussehen kann. Mal gibt es günstige Next-Gen-Pässe, mal kleine Nachlassmodelle, mal wenigstens klare Übergänge. Hier gibt es davon nichts.

Konkret heißt das: Zwei hochwertige JRPGs werden auf neuer Hardware neu verkauft, aber die bestehende Community bekommt keinen gangbaren Übergang. Für ein Studio wie Square Enix, das im Genre massiv mitreden will, wirkt das wie ein eigener Fehlpass. Na, überzeugt?

Warum das gerade bei Nintendo so auffällt

Bevor ich das vergesse: Nintendo lebt seit Jahren davon, dass Spieler ihre Bibliotheken mitnehmen wollen. Gerade bei Handheld-artigen Systemen ist Vertrauen alles. Wer eine Switch kauft, denkt nicht nur an das nächste Spiel, sondern auch an den Wert der alten Käufe, die man schon digital im Konto liegen hat.

Anders als bei uns, wo Konsolenwechsel oft mit einem kompletten Neuanfang verkauft werden, ist bei Nintendo die Vorstellung von Kontinuität besonders stark. Genau deshalb tut so ein Upgrade-Problem doppelt weh. Es passt nicht zur Erwartungshaltung der Marke, und es passt auch nicht zu einem Spieltyp, der oft über Jahre hinweg gespielt wird.

OCTOPATH TRAVELER™ – Screenshot 6
© Square Enix (Steam)

Was viele nicht wissen: Octopath Traveler lebt stark von wiederholtem Spielen, vom Experimentieren mit Partys, Jobs und Routen. Ein Upgrade-System hätte genau diese Fanbasis abgeholt. Stattdessen bleibt nur das Gefühl, dass man die Treue der Spieler einfach liegen lässt. Warte, da kommt noch mehr.

Save-Transfer fehlt, und damit wird der Frust erst richtig groß

Da fällt mir noch was ein: Der fehlende Save-Transfer ist fast noch ärgerlicher als der fehlende Upgrade-Pfad. Wer eine lange Reise mit einem Team aus Gelehrten, Dieben und Kriegern auf der alten Switch begonnen hat, will seinen Fortschritt nicht einfach abschreiben. Gerade bei einem JRPG mit dutzenden Stunden Spielzeit ist ein sauberer Speicherstand-Übergang kein Luxus, sondern Respekt vor der Zeit des Spielers.

Und jetzt kommt's: Ohne Save-Transfer wird der Wechsel auf die Switch 2 zu einer doppelten Hürde. Erst soll neu gekauft werden, dann soll auch noch neu angefangen werden. Das ist bei einem Actionspiel vielleicht verschmerzbar, bei einem umfangreichen Rollenspiel wie Octopath Traveler aber schlicht unnötig hart.

Fairerweise muss man sagen: Technische Portierungen sind nicht immer trivial, besonders wenn Publisher verschiedene Stores, Plattformregeln und Editionsstrukturen zusammenführen müssen. Aber das erklärt nicht, warum ausgerechnet hier keine klare Lösung angeboten wird. Ein kleiner Erlass, ein Transfer-Tool, eine Upgrade-Gebühr, irgendetwas hätte das Bild schon gerettet. Einfach sauber wäre eine Übernahme gewesen, statt dieser Leerstelle.

OCTOPATH TRAVELER™ – Screenshot 1
© Square Enix (Steam)

Was Japan-Fans und Japanisch-Lerner aus dem Fall mitnehmen können

Kurzer Schwenk: Der ganze Fall zeigt auch, wie sehr Spielekultur und Sprachlernen zusammenhängen. Wer Japanisch lernt, begegnet in JRPGs nicht nur großen Geschichten, sondern auch Vokabeln, Tonfall und kulturellen Codes. Begriffe wie 風 (kaze, Wind), 夢 (yume, Traum) oder 心 (kokoro, Herz, Geist) tauchen in solchen Spielen oft in Namen, Dialogen und Motiven auf, und genau deshalb lieben viele Lernende gerade Rollenspiele aus Japan.

Mein Tipp: Nutze solche Releases, um dein Japanisch nicht nur über Lehrbuchsätze zu lernen, sondern über echte Kontexte. Lies Menüs, achte auf Ortsnamen, vergleiche englische und japanische Begriffe, und schau dir an, wie stark sich Stil und Bedeutung verschieben können. Octopath Traveler ist dafür ein gutes Beispiel, weil die Reihe mit Atmosphäre, Wortwahl und Bildsprache arbeitet, statt nur mit nackten Zahlen.

Stell dir eine schmale Gasse in Tokio vor. Überall kleine Lichter, ein Bahnhof in der Nähe, irgendwo riecht es nach ramen, und auf dem Display deines Handhelds wartet ein JRPG, das nach Abenteuer klingt. Genau dieses Gefühl verkauft Nintendo seit Jahren so gut, und genau deshalb fällt ein schwacher Umgang mit Bestandskunden sofort auf. Wer Japan liebt, merkt hier schnell, dass Respekt vor der Community kein Marketingwort ist, sondern Praxis.

Unterm Strich sind Octopath Traveler und Octopath Traveler II weiter großartige Rollenspiele, daran ändert der Port-Streit nichts. Aber Square Enix schießt sich mit dem fehlenden Upgrade-Pfad und dem fehlenden Save-Transfer ein klares Eigentor. Gerade auf einer Nintendo-Konsole, auf der Loyalität und Komfort so wichtig sind, wirkt das unnötig kleinlich. Na, überzeugt?

Häufige Fragen

Worum geht es bei der Kritik an den Switch-2-Versionen?

Square Enix bringt Octopath Traveler und Octopath Traveler II neu für Switch 2, bietet aber keinen Upgrade-Pfad und keinen Save-Transfer für Besitzer der Switch-Fassungen an.

Warum stört das viele Spieler so sehr?

Weil sie die Spiele bereits gekauft haben und nun offenbar noch einmal zahlen sollen, ohne ihren Fortschritt mitnehmen zu können.

Sind die Spiele selbst schlecht?

Nein, im Gegenteil. Beide gelten als starke JRPGs, die auf Switch schon sehr gut funktioniert haben.

Quellen

  1. GamesRadar Originalquelle

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