Himeji Castle Guide: Japans schönste Burg erleben

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Überblick

Moin, komm mit! Himeji Castle steht in der Stadt Himeji, in der Präfektur Hyogo, und ist bis heute eine der eindrucksvollsten Burganlagen, die Japan zu bieten hat. Das Areal umfasst rund 83 Gebäude, angefangen beim mächtigen Hauptturm, dem (Tenshu, Hauptturm/Bergfried einer Burg), bis hin zu unzähligen kleineren Toren, Mauern und Lagerhäusern, die sich wie ein Labyrinth über den Hügel Himeyama ziehen. 1993 wurde die Burg zusammen mit dem Horyu-ji als eines der allerersten UNESCO-Welterbestätten Japans ausgezeichnet, und wenn du einmal davorstehst, verstehst du sofort, warum.

Von der ersten Festung bis zum Meisterwerk der Ikeda

Die Geschichte dieses Ortes beginnt schon 1333, als Akamatsu Norimura auf dem Himeyama-Hügel die erste Festung errichten ließ, damals noch ein vergleichsweise bescheidener Bau. In den folgenden Jahrhunderten haben mächtige Lehnsherren die Anlage immer weiter ausgebaut und befestigt, wie es in dieser Zeit der (Samurai, Samurai, Krieger) eben üblich war. Den Komplex, den du heute besichtigen kannst, hat vor allem (Daimyo, Lehnsherr, Feudalfürst) Ikeda Terumasa geprägt: Zwischen 1601 und 1609, also gleich zu Beginn der Edo-Zeit, ließ er die Burg zu dem gewaltigen Ensemble ausbauen, das bis heute weitgehend erhalten geblieben ist. Ich finde das jedes Mal wieder verrückt, wenn ich durch die Gänge laufe: Das hier ist kein Nachbau, sondern echte Bausubstanz aus dieser Zeit.

Himeji Castle
Bernard Gagnon / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Ein Labyrinth aus Toren, Mauern und cleveren Fallen

Aber jetzt mal ehrlich: Was diese Burg wirklich zu einem Wunderwerk macht, ist ihr Verteidigungskonzept. Die Architekten haben ein System aus Toren, Innenhöfen und engen, gewundenen Pfaden gebaut, das Angreifer gezielt verwirren sollte, du läufst als Besucher heute noch durch dieselben Kurven und fragst dich irgendwann, wo eigentlich der Ausgang ist. Dazu kommen technische Finessen wie die (Ishiotoshi, Steinabwurfvorrichtung (Verteidigungsöffnung)), kleine Öffnungen, aus denen Steine auf Angreifer am Fuß der Mauer geworfen werden konnten, und die (Musha-gaeshi, Mauervorsprung gegen erkletternde Angreifer), spezielle Mauervorsprünge, die das Erklettern der Wehrmauern erschweren sollten. Auch die rechteckigen Verteidigungshöfe zwischen den Toren, die sogenannten (Masugata, rechteckiger Verteidigungshof zwischen Toren), gehören zu diesem durchdachten System. Kurz zusammengefasst, worauf du beim Rundgang besonders achten solltest:

  • Der Tenshu, der zentrale Hauptturm der Anlage
  • Die Ishiotoshi-Öffnungen zum Steinewerfen auf Angreifer
  • Die Musha-gaeshi-Mauervorsprünge gegen das Erklettern
  • Die Masugata, rechteckige Verteidigungshöfe zwischen den Toren
  • Das verwinkelte Netz aus Gassen, Toren und versteckten Wendungen

Warum man sie die Weiße Reiherburg nennt

Und dann, halte dich fest: Sobald die Sonne auf die Fassade trifft, verstehst du den Spitznamen sofort. Die strahlend weiße Kalkputz-Fassade und die geschwungenen, gestaffelten Dächer lassen die Burg aussehen wie ein Reiher im Abflug, deshalb der Name Shirasagi-jo, Weiße Reiherburg. Was ich richtig schön finde: Dieser weiße Putz ist nicht nur fürs Auge da, er hatte damals auch eine ganz praktische Funktion als Brandschutz. Schönheit und Zweck in einem, so haben die Baumeister der Edo-Zeit eben gedacht.

Himeji Castle
663highland / Wikimedia Commons (CC BY 2.5)

Bestens erhalten und ein gefragter Star vor der Kamera

Himeji Castle gilt unter Kennern als das best erhaltene Beispiel klassischer japanischer Burgarchitektur überhaupt, mit vielen Originalgebäuden, die eben nicht rekonstruiert, sondern noch aus der ursprünglichen Bauzeit sind. Genau deshalb ist sie auch bei Filmteams so beliebt, du hast diese Silhouette wahrscheinlich schon in Samurai-Filmen, Serien oder historischen Dramen gesehen, ohne es zu wissen. Wenn du also das nächste Mal einen (Jidaigeki, historisches Drama/Samurai-Film)-Film schaust und dir die weißen Mauern bekannt vorkommen, liegst du damit ziemlich sicher richtig.

So kommst du hin: Himeji Castle erleben

Die Anreise ist zum Glück keine Wissenschaft. Von Shin-Osaka aus bist du mit dem (Shinkansen, Hochgeschwindigkeitszug) in etwa 30 bis 40 Minuten in Himeji, und wenn du es etwas gemütlicher magst, kommst du auch mit dem normalen JR Special Rapid Service von Osaka Station aus in rund einer Stunde an. Genau deshalb hat sich die Burg zu einem der beliebtesten Tagesausflugsziele auf den klassischen Kansai-Routen entwickelt, egal ob du gerade in Osaka oder Kyoto sitzt. Ich sag dir ehrlich, ich bin selbst schon mit einem viel zu vollen Tagesplan hier angekommen und trotzdem froh gewesen, dass ich den Umweg gemacht habe.

Himeji Castle
by ja:User:Reggaeman / Wikimedia Commons (Public domain)

Ein kleiner Tipp am Rande, den ich mir selbst gern früher gewünscht hätte: Lauf nach dem Burgbesuch noch ein Stück durch die Straßen rund um den Bahnhof, von dort siehst du die weiße Silhouette der Burg in einer geraden Sichtachse, und genau dieser Moment, wenn du aus dem Bahnhof trittst und die Burg schon von Weitem leuchten siehst, ist für mich einer dieser echten Staunmomente auf einer Japanreise.

Warum sich das Lernen der Begriffe lohnt

Was ich an einem Ort wie diesem mag: Er ist auch ein kleiner Sprachkurs nebenbei. Wörter wie Tenshu, Ishiotoshi, Musha-gaeshi oder Masugata tauchen dir auf Infotafeln und in Führungen ständig wieder unter, und wenn du sie einmal verstanden hast, liest du jede weitere Burg in Japan mit ganz anderen Augen. Genau das macht für mich den Unterschied zwischen einfach nur Fotos machen und wirklich verstehen, was du da vor dir hast. Das MUSST du einmal gemacht haben.

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