Izu Oshima Guide: Tokios Vulkaninsel ganz nah am Meer

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Überblick: Was ist Izu Oshima?

Stell dir vor, du stehst irgendwo an der Bucht von Tokio, schaust aufs offene Meer hinaus, und dort draußen im Pazifik liegt eine Vulkaninsel, die offiziell trotzdem zu Tokio gehört. Genau das ist Izu Oshima, oft einfach Oshima genannt, die größte der Izu-Inseln. Verwaltungstechnisch zählt sie zur Präfektur Tokio, gefühlt bist du dort aber meilenweit weg vom Trubel der Stadt, mitten im Pazifik, mit einem aktiven Vulkan als Nachbarn.

So kommst du von Tokio nach Izu Oshima

Die Anreise ist Teil des Abenteuers, ehrlich. Am schnellsten geht's mit dem Hochgeschwindigkeits-Jetfoil von Tokai Kisen, der vom Fährterminal Takeshiba ablegt und dich in rund zwei Stunden auf die Insel bringt (ich hab die Fahrt einmal komplett am Bug verbracht, Wind im Gesicht, das war's wert). Wer's gemütlicher mag, nimmt die reguläre Nachtfähre, die zwischen sechs und acht Stunden unterwegs ist und dich quasi im Schlaf ankommen lässt. Und dann gibt's noch die Variante über Land: Zug nach Atami oder Ito, und von dort eine kürzere Fähre rüber zur Insel. Zur genauen Entfernung kursieren übrigens unterschiedliche Angaben. Manche Quellen sprechen von rund 110 Kilometern südlich von Tokio, andere von etwa 100 Kilometern südlich und gleichzeitig rund 22 bis 25 Kilometern östlich der Izu-Halbinsel, also gar nicht direkt südlich davon. Ich lass das mal offen stehen, so genau muss man's als Reisender eh nicht wissen.

Izu Oshima
Guilhem Vellut from Annecy, France / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Mihara-yama: Der Vulkan, der die Insel prägt

Das Herzstück der Insel ist Mihara-yama, ein aktiver Vulkan mitten im Zentrum, 758 Meter hoch. Izu Oshima selbst ist überhaupt erst durch vulkanische Aktivität entstanden und gehört zum Izu-Bonin-Vulkanbogen, dieser langen Kette aus Feuer, die sich weit nach Süden ins Meer zieht. Der letzte große Ausbruch war 1986, damals mussten Bewohner vorübergehend evakuiert werden, und die Lava hat Teile der Landschaft komplett neu geformt. Wenn du am Kraterrand stehst, guckst du in eine fast mondartige Landschaft, grau, karg, ein bisschen unheimlich, und gleichzeitig völlig faszinierend. Ich hab da oben ne Weile einfach nur gestanden und gestaunt, ohne ein Foto zu machen, was bei mir selten vorkommt.

Wandern zwischen Lavafeldern und grünen Hängen

Rund um Mihara-yama gibt's Wanderwege für ziemlich jeden Anspruch, von kurzen, entspannten Spaziergängen bis zu anspruchsvolleren Bergrouten, die dich mitten durchs Lavagestein führen. Dazu kommen Küstenwege, auf denen du das ganze Farbspiel der Insel siehst: schwarze Lavafelder, schwarze Sandstrände, schroffe Küstenlinien, und dazwischen grüne Hänge, die sich gegen das Blau des Pazifiks abheben. Das ist einer dieser Kontraste, die du erst richtig verstehst, wenn du selbst mittendrin stehst.

Dörfer, Menschen und das Leben auf der Insel

Motomachi ist die größte Siedlung und das Verwaltungszentrum der Stadtgemeinde Oshima-machi, dazu gehören noch die Ortsteile Okata, Senzu, Nomashi, Sashikiji und Habuminato. Insgesamt leben aktuell etwa 6.600 bis 6.800 Menschen dauerhaft auf der Insel, laut offizieller Zahl der Gemeinde waren es im Februar 2025 rund 6.813, ein Rückgang gegenüber den rund 7.100 aus dem Jahr 2020. Klein, überschaubar, und genau deswegen fühlt sich ein Spaziergang durch Motomachi eher an wie ein Besuch bei Bekannten als wie Tourismus.

Wo du Izu Oshima wirklich erleben kannst

Aber jetzt mal ehrlich: Izu Oshima ist keine Insel für Luxusresorts und Hotelketten. Die Tourismus-Identität hier dreht sich um Natur und kleine, familiär geführte Unterkünfte, nicht um Pools mit Meerblick und Buffet satt. Du erlebst die Insel am besten zu Fuß, auf den Wanderwegen rund um den Vulkan, an den schwarzen Stränden, oder einfach beim Bummeln durch Motomachi. Genau das macht den Reiz aus, wenn du mich fragst.

Izu Oshima auf Japanisch: Begriffe zum Mitnehmen

Wenn du dich schon mal ein bisschen mit den Begriffen vertraut machen willst, bevor du losfährst, hier ein paar Vokabeln zum Mitnehmen: Oshima für die Insel selbst, Mihara-yama für den Vulkan, Oshima-machi für die Verwaltungsgemeinde, Tokai Kisen für die Reederei, die dich mit dem Jetfoil rüberbringt. Nicht viel, aber genug, um dich auf der Fähre schon ein bisschen wie zuhause zu fühlen.

  • Izu Oshima: größte der Izu-Inseln, verwaltungstechnisch Teil von Tokio
  • Mihara-yama: aktiver Vulkan, 758 Meter, letzter großer Ausbruch 1986
  • Anreise: Jetfoil ab Takeshiba (ca. 2 Stunden), Nachtfähre (6-8 Stunden), oder Zug plus Fähre über Atami/Ito
  • Motomachi: größte Siedlung und Verwaltungszentrum von Oshima-machi
  • Bevölkerung: rund 6.600-6.800 Einwohner, Tendenz rückläufig

Das MUSST du einmal gemacht haben: einmal am Kraterrand von Mihara-yama stehen und aufs Meer runterschauen. Danach siehst du Tokio mit ganz anderen Augen.

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