Fuer Fans ist das keine Revolution, aber genau die Art von Creator-Statement, bei der man trotzdem genau hinhoert. Wer die Entwicklung von Square Enix, die langen Produktionszyklen moderner JRPGs und die Sprache der japanischen Spielebranche kennt, liest zwischen den Zeilen sofort mit. Das passt auch fuer Japan-Fans, die beim Lernen gern Originalkontext mitnehmen.
Nach FF7-Revelation bleibt Naoki Hamaguchi dem JRPG treu
Nach dem Finale von Final Fantasy 7 Revelation, also dem dritten Teil der modernen FF7-Trilogie, hat Naoki Hamaguchi klar gemacht, dass er seine naechste Station wieder im JRPG-Feld sieht. Das berichtet GamesRadar+ unter Berufung auf ein Interview rund um die laufende Arbeit an der Reihe.

Hamaguchi ist kein Neuling, der mal eben ins Genre hineinschnuppert. Er arbeitete schon an Final Fantasy 13 und war spaeter bei Final Fantasy 7 Remake als Co-Director dabei, bevor er die Regie bei Final Fantasy 7 Rebirth uebernahm, das 2024 fuer PlayStation 5 erschien. Genau deshalb hat seine Aussage Gewicht, auch wenn sie auf den ersten Blick eher nach dem typischen Satz eines erfahrenen Creators klingt. Was viele uebersehen: Gerade in Japan sind solche Aussagen oft weniger Marketing und mehr ein kleiner Blick in die Arbeitskultur eines Studios.
Verglichen mit Deutschland laeuft so ein Projekt in Japan oft noch staerker als langfristige Teamleistung. Der Director bleibt das Gesicht nach aussen, aber die eigentliche Kontinuitaet steckt in den festen Teams, die ueber viele Jahre an Kampfsystem, Szenenaufloesung und Weltaufbau arbeiten. Typisch Japan, oder?
Fuer Japanisch-Lerner ist das spannend, weil man hier gleich mehrere Branchenbegriffe im echten Kontext sieht. Ein Director spricht von jrpg, お願い (onegai, Bitte; Anfrage), 極地 (kyokuchi, Extremgebiet; Polarregion) oder auch schlicht von 新たな (aratana) project, wenn es um ein neues Vorhaben geht. Solche Formulierungen tauchen in Interviews immer wieder auf, und genau da lernt man Sprache am besten, naemlich ueber echte Situationen statt ueber isolierte Vokabellisten.
Mein Tipp: Wer japanische Spieleinterviews liest, sollte nicht nur nach dem Namen des Spiels suchen, sondern auch nach Verben wie 続ける (tsuzukeru, fortsetzen; weitermachen), 作る (tsukuru, machen; erschaffen) oder 新しい (atarashii, neu). Diese Muster tauchen in Creator-Kommentaren staendig auf und helfen enorm beim Verstehen. Fuer mich persoenlich ist genau das der Reiz an Japan-News, weil sie Popkultur und Sprachlernen so locker verbinden.

Warum das fuer JRPG-Fans mehr ist als ein Nebensatz
Final Fantasy 7 Remake startete 2020, Rebirth folgte 2024, und der dritte Teil, oft in der Community bereits als Final Fantasy 7 Revelation oder einfach als Abschluss der Trilogie diskutiert, ist der naechste grosse Fixpunkt. Das Projekt ist fuer Square Enix nicht nur ein Remake, sondern ein Prestige-Programm, das ueber mehrere Konsolengenerationen hinweg Aufmerksamkeit bindet. Genau deshalb horchen Fans auf, wenn der Director bereits an das Danach denkt.
Ein gutes Beispiel: Bei grossen JRPGs ist die Frage nach dem naechsten Projekt fast so wichtig wie das aktuelle Spiel selbst. Nach Dragon Quest 11, Xenoblade Chronicles 3 oder Persona 5 wurden die naechsten Schritte der Kreativen ebenfalls heiss diskutiert. Das liegt daran, dass JRPGs in Japan oft wie grosse Serienromane funktionieren, nur eben mit Kampfsystem, Musik und einer Menge Weltbau statt Kapiteln auf Papier.
Aber bleiben wir noch bei Hamaguchi. Seine Aussage lautet sinngemaess nicht, dass er weg von Final Fantasy will, sondern dass er nach Abschluss der Trilogie wieder Lust auf ein neues JRPG hat, sei es innerhalb der bekannten Marke oder mit einer anderen IP. Das ist ein kleiner, aber wichtiger Unterschied. Ein Director sagt damit nicht, dass er das Feld verlaesst, sondern dass er weiter in diesem Feld arbeiten will, nur mit neuem Material.
Genau das bringt uns zu einem Punkt, der in vielen News untergeht. Fuer Square Enix ist ein erfahrener JRPG-Director ein strategischer Schatz. Die Firma sitzt in Tokio, hat mit Final Fantasy, Dragon Quest und Kingdom Hearts drei Marken, die weltweit sofort erkannt werden, und muss gleichzeitig neue Ideen liefern. Wenn ein Schluesselmensch wie Hamaguchi also offen fuer eine andere IP bleibt, heisst das auch: Square Enix behaelt sich Optionen vor, ohne das eigene Aushangeschild aufzugeben.

Zum Beispiel: Ein neues JRPG koennte auf einer frischen Welt basieren, sich aber trotzdem an den Inszenierungsstaerken orientieren, die Hamaguchi in der FF7-Reihe gezeigt hat, etwa cineastische Bosskaempfe, enge Kamerafuehrung und starke Musik-Cues. Genau diese Mischung aus traditionellem JRPG-Geruest und modernem Action-Rhythmus macht viele aktuelle japanische Grossproduktionen so beliebt. Na, ueberzeugt?
Hier zeigt sich auch, warum die Meldung fuer Fans nicht ganz Wow, aber trotzdem stark ist. Es gibt keinen Bomben-Twist, kein neues Studio, keinen Plot aus der Schublade. Und doch ist die Nachricht wertvoll, weil sie Stabilitaet signalisiert. Wer JRPGs liebt, weiss, wie wichtig ein klarer kreativer Kurs ist, besonders bei Projekten mit einer Entwicklungszeit von vielen Jahren.
Was das fuer Japan-Fans und Sprachlerner interessant macht
Wusstest du, dass in japanischen Spieleinterviews oft sehr viel zwischen den Zeilen steht? Genau bei Statements wie diesem lohnt sich der Blick auf den Ton. Hamaguchi klingt nicht nach PR-Sprech, sondern nach einem Entwickler, der nach einem langen Grossprojekt wieder Luft fuer etwas Neues sucht. Das Wort 想像 (souzou, Vorstellungskraft; Imagination), also Vorstellungskraft, oder auch 進化 (shinka, Weiterentwicklung; Evolution), also Weiterentwicklung, passt inhaltlich ziemlich gut zu solchen Aussagen, auch wenn es in der englischen Originalmeldung nicht wortwoertlich so gesagt wird.
Fuer Leser von jpnerd.com ist das auch deshalb spannend, weil sich an solchen News oft der aktuelle Zustand der japanischen Spielebranche ablesen laesst. Nach der Corona-Zeit, den gestiegenen Produktionskosten und dem weltweiten Druck auf grosse AAA-Reihen setzen viele japanische Studios noch staerker auf bekannte Marken. Wenn dann ein Director sagt, er wolle wieder ein neues JRPG machen, hoert man automatisch mit: Da ist noch Kreativwille, nicht nur Franchise-Verwaltung.

Konkret heisst das: Wer auf ein komplett neues Square-Enix-Rollenspiel hofft, sollte die Augen offenhalten, auch wenn daraus noch lange kein Release entsteht. Zwischen einer Aussage und einem fertigen Spiel liegen oft Konzeptphasen, interne Prototypen und viele Meetings. Trotzdem sind genau solche Signale oft der Anfang von etwas, das spaeter gross wird. Insider-Tipp: Solche Interviewsaetze merken sich Fans manchmal laenger als die eigentliche News.
Was ich besonders mag: Hamaguchi klingt nicht nach dem klassischen "ich muss jetzt dringend weg von der Reihe", sondern nach einem Macher, der sein Handwerk liebt. Das ist bei JRPGs Gold wert, weil Genre-Gefuehl nicht nur aus Zahlenwerten, sondern aus Haltung entsteht. Und wenn nach Final Fantasy 7 Revelation wirklich etwas Neues folgt, dann schauen JRPG-Fans weltweit mit deutlich mehr Interesse hin als bei einer beliebigen Standardankuendigung.
Das bringt uns zu einem letzten Gedanken. Fuer Japanisch-Lerner sind solche News perfekte Mini-Lektionen, weil sie echte Industrie-Sprache, Markenwissen und Kulturkontext zusammenbringen. Wer heute ein Interview zu Final Fantasy liest, versteht morgen vielleicht schon mehr von einem Artikel ueber Atlus, Monolith Soft oder Level-5. Fuer mich persoenlich ist genau das der beste Einstieg in japanische Popkultur.
mehr Japan-News auf jpnerd.com
In Bildern
Haeufige Fragen
Was hat der Director nach dem FF7-Projekt vor?
Er moechte nach dem Abschluss wieder an einem neuen JRPG arbeiten, entweder fuer Final Fantasy oder fuer eine andere Marke.
Warum ist die Aussage fuer Fans interessant?
Weil sie zeigt, dass ein erfahrener Director dem Genre treu bleibt und Square Enix weiter auf grosse Rollenspiele setzt.
Ist schon ein neues Spiel angekuendigt?
Nein, bisher gibt es nur die Aussage des Directors. Ein konkretes neues Projekt wurde noch nicht vorgestellt.






