Star Fox ist zurück und Nintendos vergessene Reihen

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Star Fox ist zurück und Nintendos vergessene Reihen
Bildquelle: RAWG

Für JPnerd.com ist das mehr als nur Retro-Nostalgie. Es ist ein schöner Anlass, auf Nintendos merkwürdige Veröffentlichungslogik zu schauen, mit ein paar japanischen Kulturgedanken am Rand und einem klaren Blick auf das, was Fans wirklich vermissen.

Star Fox ist zurück, und plötzlich reden alle wieder über Nintendos Lücken

Wusstest du, dass Star Fox seit Jahren immer wieder kurz auftaucht, obwohl die Reihe längst nicht mehr wie ein echter Dauerbrenner behandelt wird? Genau das ist jetzt wieder passiert. Der Impuls kam diesmal nicht von einem brandneuen Hauptspiel, sondern von einem frischen Auftritt des Franchises, der sofort alte Erinnerungen an Star Fox 64, Star Fox Assault und die seltsame Wii-U-Phase rund um Star Fox Zero wachgerufen hat.

Und ehrlich, das ist typisch Nintendo. Eine Marke verschwindet fast komplett, dann gibt es plötzlich wieder ein Lebenszeichen, und alle reden so, als sei das die selbstverständlichste Sache der Welt. Dabei ist Star Fox seit dem SNES-Start 1993 ein Paradebeispiel für eine Reihe, die nie tot ist, aber oft behandelt wird, als hätte Nintendo sie in eine Schublade gelegt und den Schlüssel verlegt.

Da fällt mir noch etwas ein: Gerade für Japan-Fans und Japanisch-Lerner ist dieses Muster herrlich lehrreich. Nintendo arbeitet oft mit starken Kernfiguren und klaren Serienidentitäten, aber nicht jede Marke bekommt dieselbe Pflege. Das Wort 整理 (seiri, Ordnung), also Ordnung, trifft es fast ironisch, denn im Franchise-Katalog wirkt manches sehr ordentlich geführt, und anderes erinnert eher an einen Lagerraum in Kyoto, in dem seit Jahren niemand mehr die Tür geöffnet hat.

Warum Star Fox immer wieder auftaucht

Rate mal, woran das liegt? Star Fox ist für Nintendo vermutlich zu wertvoll, um es einfach sterben zu lassen, aber nicht groß genug, um permanent ganz oben auf der Prioritätenliste zu stehen. Die Serie hat mit Fox McCloud, Falco, Peppy und Slippy ein Ensemble, das selbst nach Jahrzehnten sofort wiedererkannt wird. Dazu kommt die Space-Opera-Ästhetik mit Arwing, Corneria und Venom, also ein klarer Wiedererkennungswert, den Nintendo jederzeit anwerfen kann, wenn man etwas Nostalgie braucht.

Historisch war das Franchise aber nie ein Verkaufsmonster. GameSpot erinnert in seinem Artikel daran, dass Star Fox zwar kultig ist, aber nicht auf derselben wirtschaftlichen Ebene wie Mario, Zelda oder Mario Kart spielt. Genau deshalb landet die Reihe oft in dieser merkwürdigen Zwischenzone. Zu bekannt, um ignoriert zu werden. Zu riskant, um sie dauerhaft zu pushen.

Ich erinnere mich noch genau, wie Star Fox Zero 2016 auf der Wii U fast wie eine Pflichtübung wirkte. Technisch interessant, spielerisch sperrig, kommerziell kein Befreiungsschlag. Trotzdem blieb die Serie im Gespräch, weil Nintendo und PlatinumGames mit spürbarer Liebe an den Details arbeiteten. Das ist das Tragische und Schöne zugleich. Man sieht die Sorgfalt, aber man sieht auch, wie wenig Platz es am Ende für solche Reihen gibt.

Welche Nintendo-Reihen heute noch stärker fehlen als Star Fox

F-Zero, Mother und Golden Sun als ewige Warteschleife

Apropos Star Fox, es ist nicht einmal die schlimmste Baustelle im Nintendo-Keller. Wenn man wirklich von vernachlässigten Reihen spricht, stehen F-Zero, Mother und Golden Sun meist noch einen Schritt weiter hinten in der Schlange. F-Zero bekam seit F-Zero GX auf dem GameCube im Jahr 2003 kein vollwertiges Comeback mehr. Das ist inzwischen so lange her, dass man fast von einer Museumsreihe sprechen könnte.

Mother, im Westen besser bekannt als EarthBound, ist ein Sonderfall. Die Reihe hat mit ihrer skurrilen Tonalität, dem schrulligen Humor und den modernen amerikanischen Schauplätzen Kultstatus erreicht, aber Nintendo hält sie seit Jahrzehnten auf Sparflamme. Für Spieler wirkt das frustrierend, für Sammler fast schon romantisch. Typisch Japan, oder? Ein Franchise kann riesige Fanliebe erzeugen und trotzdem praktisch stillstehen.

Golden Sun ist ebenfalls so ein Fall. Die beiden GBA-Spiele von Camelot aus den Jahren 2001 und 2002 waren technisch stark, melodisch großartig und erzählerisch weit größer, als man es damals von einem Handheld-RPG erwartet hätte. Trotzdem gab es nur noch vereinzelte Lebenszeichen, etwa in Smash Bros. Oder durch Reminiszenzen in Nintendos Zubehör- und Musikdiskussionen. Das ist bitter, weil gerade diese Reihe zeigt, wie gut Nintendo-nahe Rollenspiele klingen können, wenn sie ernst genommen werden.

Kid Icarus, Punch-Out!! und die kleine Kunst des Wartens

Schauen wir uns das einmal genauer an. Kid Icarus ist ein gutes Beispiel für Nintendo-Logik mit schrägem Timing. Nach dem NES-Original von 1986 und dem 3DS-Revival Kid Icarus Uprising von 2012 hätte man fast denken können, jetzt gehe es weiter. Stattdessen blieb Pit wieder in der Warteschleife. Dabei war Uprising mit seiner Inszenierung, dem witzigen Dialog und der erstaunlich ambitionierten Steuerung ein echtes Statement.

Punch-Out!! ist noch so eine Reihe, die immer wieder als charmantes Relikt auftaucht. Das Wii-Spiel von 2009 war ein wunderbares Beispiel für Nintendos Fähigkeit, alte Mechaniken mit sauberem Timing neu zu verpacken. Aber danach wurde es still. Für Fans, die auf präzises Gameplay und klaren Rhythmus stehen, ist das fast schon eine kleine japanische 禅 (Zen, Zen)-Übung im Warten.

Mein Tipp: Wer solche Serien nur über aktuelle Verkäufe bewertet, verpasst ihren kulturellen Wert. Nintendo lebt nicht nur von Blockbustern, sondern auch von Marken, die das Firmenbild über Jahrzehnte mitprägen. Genau deshalb tut jede Rückkehr von Star Fox so gut. Sie erinnert daran, dass Nintendos Archiv viel größer ist als die immer gleichen Topseller.

Warum Nintendo manche Reihen schützt und andere parkt

Glaub mir, Nintendo entscheidet selten nach Nostalgie allein. Der Konzern denkt stark in Markenwert, Entwicklungsaufwand und Zielgruppen. Mario kann fast alles tragen, Zelda bekommt große Prestigeprojekte, Splatoon wurde schnell zur neuen Säule, und Animal Crossing spricht eine riesige, sehr breite Spielergruppe an. Für kleinere Reihen bleibt dann oft nur der Nebensatz im Geschäftsbericht.

Zum Beispiel hat Star Fox einen Vorteil, den andere Franchises nicht haben. Das Setting ist sofort verständlich, visuell flexibel und leicht in kurze Formate oder Gastauftritte zu pressen. Deshalb taucht die Reihe eher wieder auf als etwa Golden Sun, das ein längeres Rollenspielgerüst braucht, oder F-Zero, das schnell neue Technik und ein klares Gameplay-Upgrade verlangt.

Genau hier liegt das eigentliche Rätsel. Nintendo besitzt einen Schatz an Kultmarken, aber der Konzern behandelt sie wie saisonale Spezialitäten. Heute gibt es 桜 (sakura, Kirschblüte)-artige Momente im Frühling der Direkt-Präsentationen, morgen wieder Stille. Für mich ist das nervig und reizvoll zugleich. Nervig, weil gute Marken verstauben. Reizvoll, weil jede echte Rückkehr dadurch mehr Gewicht bekommt.

Ach ja, fast vergessen: Gerade beim Japanisch-Lernen kann man daran sogar Vokabelgefühl trainieren, ohne Lehrbuchstimmung. Begriffe wie 腹 (hara, Bauchgefühl), also Bauchgefühl, oder 面白い (omoshiroi, interessant) für interessant passen perfekt zu Nintendos Überraschungsstrategie. Wenn Star Fox plötzlich wieder da ist, versteht man schnell, warum Fans so reagieren. Erst still. Dann Freude. Dann die nächste Frage.

Für mich persönlich bleibt genau das der Charme dieser Nintendo-Geschichte. Star Fox ist nicht die einzige vermisste Reihe, aber vielleicht die symbolischste. Sie taucht auf, um uns daran zu erinnern, wie viele andere Marken noch auf ihre nächste Chance warten. Siehst du, was ich meine?

Häufige Fragen

Warum ist Star Fox für Nintendo so wichtig?

Weil die Reihe eine klare Marke mit hohem Wiedererkennungswert ist, auch wenn sie kommerziell nicht an die größten Nintendo-Serien heranreicht.

Welche Nintendo-Reihe wird am meisten vermisst?

Besonders oft genannt werden F-Zero, Golden Sun, Mother und Kid Icarus, weil sie seit Jahren keine große neue Hauptveröffentlichung bekommen haben.

Warum bringt Nintendo manche Serien nur selten zurück?

Weil Nintendo stark nach Aufwand, Marktchancen und Markenwirkung entscheidet. Große Serien bekommen Vorrang, kleinere Reihen warten oft länger.

Quellen

  1. GameSpot

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