Hakone als Honeymoon-Ziel: Die klassische Route für Verliebte

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Hakone als Honeymoon-Ziel: Die klassische Route für Verliebte
Bildquelle: hakonenavi.jp

Von Shinjuku nach Hakone: Der Start ins Abenteuer

Stell dir vor, du stehst morgens an der 新宿 (Shinjuku, Stadtteil von Tokio) Station, Kaffee in der Hand, Koffer neben dir. Shinjuku ist laut, voll und ein bisschen überwältigend. Kein Wunder, denn der Bahnhof gilt als verkehrsreichster der Welt, mit täglich über 3,5 Millionen Fahrgästen. Genau hier beginnt deine 箱根 (Hakone, Ort/Region Hakone)-Route.

Die Odakyu Line fährt direkt von der Shinjuku Station nach 小田原 (Odawara, Stadt in Kanagawa), dem Tor zu Hakone. Der romancecar, der offizielle Expresszug der Odakyu Electric Railway, ist die erste richtige Empfehlung für alle, die entspannt reisen wollen. Er ist reservierungspflichtig, hat Panoramafenster und ein ruhiges Abteil. Kein Gedränge und keine Zwischenstopps. Einfach genial.

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Mein Tipp: Kaufe den Hakone Free Pass direkt am Odakyu-Schalter in Shinjuku. Er kostet ab circa 6.000 Yen pro Person und deckt die Hinfahrt, alle Verkehrsmittel in Hakone und einen Teil der Rückfahrt ab. Für eine Reise mit mehreren Tagen in der Region ist er nahezu unschlagbar günstig.

Hakone entdecken: Zwischen Bergen, Tälern und vulkanischer Energie

Übrigens, Hakone liegt innerhalb des Fuji-Hakone-Izu-Nationalparks, der 1936 zum ersten Mal als Nationalpark ausgewiesen wurde. Das Gebiet umfasst rund 1.227 Quadratkilometer. Wer das nicht einordnen kann, das entspricht ungefähr der halben Fläche des Saarlands.

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Die klassische Rundroute durch Hakone führt über die Hakone-Tozan-Bergbahn, die steilste Zahnradbahn Japans mit einer maximalen Steigung von 80 Promille, hoch nach 強羅 (Gora, Ortsteil in Hakone). Von dort geht es weiter mit der Seilbahn über die 大涌谷 (Owakudani, Vulkantal in Hakone)-Hochebene, wo vulkanische Dämpfe aus dem Boden steigen und schwarze Eier, die sogenannten 黒たまご (kuro-tamago, schwarze Eier), in heißen Schwefelquellen gekocht werden. Legende sagt, jedes gegessene Ei verlängert dein Leben um sieben Jahre. Klingt gut, oder?

Owakudani und der Blick auf den Fuji

Und jetzt kommt's: An klaren Tagen siehst du vom Owakudani-Bereich direkt auf den Fuji. Mount Fuji, offiziell 3.776 Meter hoch, steht dann einfach so vor dir. Kein Filter und kein Zoom. Nur Vulkandampf im Vordergrund und der heilige Berg im Hintergrund. Verrückt, oder?

Fun Fact: Der Fuji gilt in der shintoistischen Tradition als heiliger Berg, und das Wort "fujisan" bedeutet wörtlich so viel wie "ohne Gleichen". Der Berggott soll weiblich sein. Für Japan-Lerner, das Wort "san" hinter einem Bergnamen ist hier kein Honorativ, sondern bedeutet schlicht "Berg". Yama und san sind beide korrekte Begriffe, je nach Kontext.

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Onsen und Ryokan: Das Herzstück jeder Hakone-Reise

Mal ehrlich, wer nach Hakone fährt und kein onsen besucht, hat die halbe Reise verpasst. Das onsen, also das japanische Thermalbad mit natürlichem Quellwasser, ist kulturell tief verwurzelt. In Hakone gibt es über 20 verschiedene Thermalquelltypen, von Natriumchlorid bis zu schwach sauren Schwefelquellen.

Für Flitterwochen empfiehlt sich ein ryokan, also ein traditionelles japanisches Gasthaus, mit eigenem rotenburo, dem Außenbad. Glaub mir, wenn du abends im warmen Wasser sitzt, Dampf über dir und Sterne über dir, und am nächsten Morgen ein kaiseki-Frühstück auf kleinen Holztabletts serviert bekommst, verstehst du sofort, warum Japan-Reisende immer wieder kommen.

Konkretes Beispiel: Fujiya Hotel und Hakone-Hinoki-Quellen

Das Fujiya Hotel in Miyanoshita wurde 1878 gegründet und ist damit eines der ältesten westlichen Hotels Japans. Es hat Gäste wie Charlie Chaplin und John Lennon beherbergt. Wer eher traditionell bleiben will, schaut sich Ryokans in der Gegend um Yumoto oder Kowakidani an. Die Preisrange für eine Nacht mit Abendessen und Frühstück beginnt bei rund 20.000 Yen pro Person. Was ich besonders mag, die meisten Ryokans haben separate rotenburo für Männer und Frauen, manche auch private Bäder für Paare.

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Kurzer Schwenk: Für Japan-Lerner ist das onsen-Erlebnis auch sprachlich interessant. "Nuru nuru" beschreibt das glatte Wassergefühl, "kake-yu" ist das Abspülen vor dem Bad, und "yu" selbst bedeutet heißes Wasser. Diese kleinen Vokabeln helfen enorm beim ersten ryokan-Aufenthalt. Meiner Erfahrung nach lächeln Gastgeber sofort breiter, wenn man wenigstens die Basisregeln kennt.

Die Rückkehr: Hakone-Ashi und der See als letzter Blick

Der Ashi-See, entstanden durch einen vulkanischen Ausbruch vor etwa 3.000 Jahren, liegt im Süden Hakones. Von hier aus fährt ein nachgebautes Piratenschiff, das sogenannte Hakone Sightseeing Cruise Schiff, über den See. Es klingt kitschiger als es ist. Der Blick auf den Fuji vom Wasser aus ist bei guter Sicht kaum zu toppen.

Der Grund ist simpel: Der See liegt auf 723 Metern Höhe, und wenn der Fuji nicht von Wolken verdeckt ist, spiegelt er sich im ruhigen Wasser. Genau diesen Moment suchen Besucher. Danach geht es per Bus zum Hakone-Yumoto-Bahnhof und zurück nach Shinjuku. Die gesamte Rundroute lässt sich in zwei bis drei Tagen gut umsetzen. Mein Fazit, Hakone ist keine übertriebene Honeymoon-Kulisse, sondern ein Ort, der für sich selbst spricht.

Häufige Fragen

Wie lange sollte man für Hakone einplanen?

Zwei bis drei Tage reichen für die klassische Rundroute inklusive Thermalbad und Aussichtspunkten gut aus. Wer mehr Zeit hat, kann zusätzliche Wanderungen oder Tagesausflüge zum Fuji einplanen.

Ist Hakone auch als Tagestour von Tokio möglich?

Ja, technisch schon. Aber für eine Hochzeitsreise oder einen entspannten Aufenthalt lohnt sich mindestens eine Übernachtung in einem traditionellen Gasthaus vor Ort deutlich mehr.

Wann ist die beste Reisezeit für Hakone?

Der Herbst von Oktober bis Mitte November ist besonders schön wegen der Laubfärbung. Im Winter ist die Luft klar und die Sicht auf den Fuji oft am besten. Der Frühling mit Kirschblüte ist sehr beliebt, aber auch deutlich voller.

Quellen

  1. Madeline and Tommy Honeymoon Fund – Hakone Route
  2. Odakyu Electric Railway – Romancecar Information
  3. Hakone Navi – Offizielle Tourismusseite Hakone

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