Überblick
温泉 (Onsen, heiße Quelle, Thermalbad) Gastronomy Walking ist ein japanisches Veranstaltungskonzept, das drei Elemente 豆 (zu, Bohne) einem einzigen, langsamen Tagesablauf verbindet: eine Wanderung durch eine Landschaft mit Geschichte, eine Reihe von Kostproben regionaler Küche entlang des Weges und am Ende ein Bad in heißem Quellwasser. Shodoshima, eine Insel im Seto-Inlandmeer und Teil der Präfektur Kagawa, ist eine der Inseln, auf denen dieses Format ausgetragen wird. Wer die Insel kennt, weiß, dass sie für ihre Olivenhaine steht, für ihre traditionellen Sojasauce-Brauereien und für die Schlucht Kankakei, deren Felswände sich im Herbst rot und golden färben. 1908 wurde hier das erste Olivenöl Japans hergestellt, ein Detail, das bis heute den Charakter der Insel prägt und sich auch im Ablauf des Walking-Events spiegelt.
Die Route: von Nishimura nach Furue
Die Strecke führt von Nishimura im Westen der Insel bis nach Furue. Sie wird durchweg als leichter, gemächlicher Spaziergang beschrieben, nicht als anspruchsvolle Bergtour, und ist damit für ein breites Publikum zugänglich, von geübten Wanderern bis zu Teilnehmern, die vor allem wegen der kulinarischen Stationen kommen. Unterwegs passiert die Route mehrere traditionelle Sojasauce-Brauereien (醤油蔵 (shoyu gura, Sojasauce-Brauerei)), und wer aufmerksam geht, bemerkt den Geruch der Fermentation, der sich in der Luft zwischen den Holzgebäuden hält. Dieser Geruch, erdig, salzig, leicht süßlich, ist auf Shodoshima kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer Brau-Tradition, die die Insel seit Jahrhunderten prägt. Der Weg macht diese Produktion sichtbar und riechbar, bevor sie am Verkostungsstand schmeckbar wird.
Verkostungen entlang des Weges
An mehreren Stationen der Strecke werden lokale Spezialitäten gereicht. Dazu gehören Nudelgerichte, die mit Shodoshima-Sojasauce zubereitet werden, Olivenöl aus den Hainen der Insel und frischer Fisch aus dem Seto-Inlandmeer. Jede dieser Kostproben verweist auf ein eigenes Handwerk, die Fermentation der Sojasauce, das Pressen der Oliven, den Fang und die Zubereitung des Fischs, und macht die Wanderung zu einer Art beweglichem Verkostungspfad durch die Produktionslandschaft der Insel. Wer isst, was hier wächst und gebraut wird, versteht die Insel über den Gaumen, nicht nur über die Aussicht.
Der Abschluss im Onsen
Am Ende der Wanderung wartet ein Bad in einem der Onsen Shodoshimas. Dieser Abschluss ist kein Zusatzangebot, sondern fester Bestandteil des Konzepts: Nach mehreren Stunden Gehen und Kosten kommt der Körper zur Ruhe, im warmen, mineralhaltigen Wasser der Quelle. Teilnehmer sollten daher bequemes Schuhwerk für die Strecke einplanen und eigene Badeutensilien mitbringen, etwa ein kleines Handtuch, wie es in japanischen Onsen üblich ist.
Die vierte Ausgabe: bekannte und offene Punkte
Die vierte Ausgabe der Veranstaltung, offiziell als 4. ONSEN Gastronomy Walking geführt, fand nach vorliegenden, aber nicht vollständig gesicherten Angaben am 14. März 2026 auf Shodoshima statt. Berichten zufolge, deren Quellenlage sich nicht abschließend prüfen lässt, entstand die Ausgabe in Zusammenarbeit zwischen lokalen Produzenten, touristischen Organisationen und Studierenden, die vor Ort unterstützten. Ebenfalls unbestätigt, aber wiederholt genannt: Die geführten Abschnitte sollen überwiegend auf Japanisch stattfinden, mit englischsprachiger Unterstützung durch Studierende des Setouchi Tourism Junior College. Wer auf eine dieser Angaben besonderen Wert legt, etwa wegen der Sprachbegleitung, sollte sie vor der Anreise direkt bei den Veranstaltern bestätigen lassen.
Anreise nach Shodoshima
Die Insel wird per Fähre von Takamatsu aus erreicht. Je nach gewählter Route dauert die Überfahrt etwa 35 bis 60 Minuten: rund 60 Minuten mit der Autofähre nach Tonosho oder Ikeda, oder etwa 35 Minuten mit dem Schnellboot nach Tonosho. Damit lässt sich ein Tagesausflug von Takamatsu aus gut planen, auch wenn ein Übernachtungsaufenthalt auf der Insel mehr Raum für die Olivenhaine, die Kankakei-Schlucht und die Sojasauce-Viertel lässt.
Teilnahme und Anmeldung
Eine vorherige Anmeldung wird empfohlen, da die Plätze nach übereinstimmenden Berichten schnell ausgebucht sind. Wer teilnehmen möchte, plant die Anreise, die Anmeldung und die Ausrüstung, bequeme Schuhe, Badeutensilien für den Onsen, am besten mit einigem zeitlichem Vorlauf ein.
- Bequeme Schuhe für die Strecke von Nishimura nach Furue
- Ein kleines Handtuch und Badeutensilien für den abschließenden Onsen-Besuch
- Frühzeitige Anmeldung, da die Plätze begrenzt sind
- Anreise per Fähre von Takamatsu nach Tonosho oder Ikeda
Wortschatz zum Mitnehmen: Onsen, Gastronomie und Walking auf Japanisch
Der Name der Veranstaltung selbst ist ein kleiner Sprachkurs. Onsen setzt sich aus zwei Silben zusammen, on für warm und sen für Quelle, und bezeichnet damit wörtlich die warme Quelle. Gastronomy und Walking dagegen stehen im japanischen Titel als Lehnwörter aus dem Englischen, ガストロノミー (gasutoronomī, Gastronomie) und ウォーキング (wōkingu, Wandern, Spazierengehen), geschrieben in der Silbenschrift für Fremdwörter. Auch der Name der Insel lohnt einen zweiten Blick: Shodoshima setzt sich aus 小 (shō, klein) (klein), zu (Bohne, konkret die Azukibohne) und 島 (shima, Insel) (Insel) zusammen, wörtlich also kleine Bohneninsel. Wer sich für japanische Schriftzeichen interessiert, findet in diesem einen Veranstaltungsnamen bereits drei unterschiedliche Schriftsysteme des heutigen Japanisch versammelt, ein kleines, konkretes Beispiel dafür, wie sehr sich Tradition und Lehnwort im Alltag der Sprache berühren.
Wie man mehr erfährt und einsteigt
Wer sich für eine Teilnahme interessiert, verfolgt am besten die Ankündigungen der touristischen Stellen Kagawas und Shodoshimas zu kommenden Terminen, da die Veranstaltung wiederkehrend, aber nicht auf einen festen Jahresrhythmus mit Sicherheit fixiert stattfindet. Bis zur nächsten Ausgabe lohnt sich der eigene Besuch der Insel ohnehin: die Sojasauce-Brauereien, die Olivenhaine und die Onsen sind auch außerhalb des Veranstaltungstages zugänglich und geben schon für sich einen guten Eindruck davon, warum Shodoshima diesen langsamen Weg zwischen Wandern, Essen und Baden so überzeugend trägt.
