Überblick
Ramen Japan ist eine japanische Food-Doku-Reihe, die sich Stadt für Stadt, Präfektur für Präfektur durch die Ramen-Landschaft des Landes isst. Jede Folge widmet sich einer Region: Ein Erzähler führt durch die Geschichte des jeweiligen Ramen-Stils, dazu kommen Besuche in lokalen Läden und Gespräche mit Köchen, die teils seit Jahrzehnten an derselben Brühe feilen. Parallel dazu kursiert die sogenannte Ramen Database, ein Rankingsystem, das Japans Ramen-Regionen nicht nach einzelnen Sternebewertungen, sondern nach Ladendichte und Qualitätskonstanz sortieren soll. Zusammen ergeben Show und Datenbank ein ziemlich vollständiges Bild davon, wo in Japan gerade wirklich gute Ramen auf dich wartet.
Die Show im TV: Sendetermine und was wirklich belegt ist
Ramen Japan läuft auf NHK World-Japan, das lässt sich über die Hokkaido-Folgen sauber belegen: "Hokkaido Part 1" ging am 16. August 2023 auf Sendung, "Hokkaido Part 2" folgte am 23. August 2023, beides auf NHK World-Japan. Für eine Chiba-Folge mit dem Titel "Chiba Ramen" (Staffel 2, Episode 2) ist der 28. Februar 2024 als Sendedatum dokumentiert. Online kursieren daneben Angaben zu einem großen Special am 26. April 2026 mit Stationen in Sapporo, Tokyo und Hakata-Stil-Vierteln sowie zu einer separaten Chiba-Folge am 16. Mai 2026 – diese Termine sind bislang nicht sauber belegt, die Quellenlage dazu ist uneinheitlich. Wenn du die Reihe verfolgen willst, check am besten direkt den Programmplan von NHK World-Japan, bevor du dich auf ein bestimmtes Datum verlässt.

Was inhaltlich immer wiederkehrt, ist das Format selbst: Ein Erzähler ordnet die Geschichte des jeweiligen Ramen-Stils ein, die Kamera begleitet Besuche in lokalen Läden, und die Köche kommen selbst zu Wort. Berichten zufolge, bislang unbestätigt, geht das April-Special zusätzlich auf Brühtechniken wie 味噌 (miso, Miso, fermentierte Bohnenpaste), 醤油 (shoyu, Sojasauce), 豚骨 (tonkotsu, Schweineknochen(-brühe)) und 塩 (shio, Salz) ein, auf unterschiedliche Kochzeiten und タレ (tare, konzentrierte Würzsauce)-Rezepte je nach Region sowie auf moderne Abwandlungen wie vegane Brühe und international beeinflusste Ramen. Auch Angaben zu langjährigen Familienrezepten und Schichtplänen, die die Brühproduktion beeinflussen, stammen aus diesen bislang unbestätigten Berichten.
Sapporo: die Wiege des Miso-Ramen
Sapporo gilt als Geburtsort des Miso-Ramen, die Szene dort reicht bis in die späten 1950er zurück. Der Laden Aji no Sanpei in der Einkaufspassage Tanuki Koji wird als der Ort genannt, an dem die Miso-Brühe erfunden wurde – ein Fixpunkt, wenn du selbst mal in Sapporo bist und wissen willst, wo alles anfing.
Sapporo-Ramen steht auf drei Säulen: einer kräftigen Miso-Brühe, dicken welligen Nudeln (縮れ麺 (chijire-men, gewellte, gekräuselte Nudeln)) und Toppings wie Mais, Butter und チャーシュー (chashu, geschmortes Schweinebauch-Topping)-Schweinebauch. Die Butter ist kein Gimmick, sie spiegelt Hokkaidos Rolle als Japans Milchwirtschafts-Zentrum wider und gibt der Brühe eine cremige, leicht süße Tiefe, die du bei Tokyo-Shoyu-Ramen oder Hakata-Tonkotsu so nicht findest. Die welligen Nudeln sind übrigens kein Zufall: Die Kräuselung sorgt dafür, dass sie die dicke Miso-Brühe besser festhalten als glatte Nudeln.

Hakata-Style: dünne Nudeln, schwere Tonkotsu-Brühe
Fliegst du weiter runter nach Fukuoka, ändert sich das Bild komplett. Hakata-Ramen setzt auf dünne, fast zerbrechlich wirkende Nudeln und eine schwere, milchig-weiße Tonkotsu-Brühe aus ausgekochten Schweineknochen. Wo Sapporo auf Fülle und Butter setzt, geht es in Hakata um Intensität auf kleinem Raum – eine Kombination, die die Reihe in ihren Süd-Folgen immer wieder als Gegenpol zu Sapporo und Tokyo aufbaut.
Chiba: Ramen zwischen Küste, Land und Stadt
Chiba bekommt in der Reihe eine eigene Folge, weil die Präfektur ramentechnisch schwer in eine Schublade passt. Küstenorte, ländliche Anbaugebiete und dicht bebaute Stadtviertel liegen hier nah beieinander, und das soll sich Berichten zufolge, unbestätigt, auch in den Schalen zeigen – Chiba-Ramen wird als eigenständig beschrieben, klar unterscheidbar von Tokyo-, Sapporo- oder Hakata-Stil. Belegt ist dagegen, dass eine Chiba-Folge unter dem Titel "Chiba Ramen" als Staffel 2, Episode 2 existiert und am 28. Februar 2024 gelaufen ist.
Gotochi Ramen: warum jede Region ihren eigenen Stil hat
Der japanische Fachbegriff dafür ist ご当地ラーメン (gotochi ramen, regionaltypisches Ramen, wörtl. 'Ramen der jeweiligen Gegend'), wörtlich "Ramen der jeweiligen Gegend". Er beschreibt genau das Prinzip, das die ganze Serie durchzieht: Ramen ist in Japan kein einheitliches Gericht, sondern eine Sammlung lokaler Traditionen, die sich über Brühe, Nudelform, Tare und Toppings unterscheiden. Sapporo-Miso, Hakata-Tonkotsu, Tokyo-Shoyu und Chibas Regionalstile sind alles gotochi ramen – Varianten, die aus lokalen Zutaten, lokalem Klima und lokaler Geschichte gewachsen sind, statt aus einem einzigen Rezeptbuch.
Die Ramen Database: welche Region wirklich vorn liegt
Neben der TV-Reihe kursiert die "Ramen Database 2025", die japanische Ramen-Regionen nicht nach einzelnen Laden-Stars, sondern nach Ladendichte, Review-Stärke und Qualitätskonstanz sortieren soll – auch das bislang unbestätigt. Vielfach liest man dazu, Tokyos Bezirk Nakano-ku sei als Nummer eins unter Japans Ramen-Regionen gekürt worden. Eine konkrete Ranking-Seite mit genau dieser Aussage lässt sich allerdings nicht finden. Was es tatsächlich gibt, sind monatliche bezirksweise Top-20-Listen, etwa für Nakano-ku, Shinjuku-ku oder Taito-ku, aber keine einzelne bezirksübergreifende "beste Region".

Schaut man sich stattdessen die reine Ladendichte in Tokyos 23 Bezirken an, liegt Shinjuku-ku mit 196 Ramen-Läden klar vorn, gefolgt von Chiyoda-ku mit 148 und Minato-ku mit 139. Nakano-ku, oft als Ramen-Hotspot gehandelt, landet mit 62 Läden nur auf Platz 17. Willst du reinen Ladendichte-Tourismus machen, ist Shinjuku dein erster Stopp, nicht Nakano.
Wo du dir dein eigenes Bild machen kannst
Willst du selbst vergleichen, brauchst du keinen Fernseher. Sapporo liefert dir mit der Tanuki-Koji-Passage und Aji no Sanpei den historischen Ausgangspunkt für Miso-Ramen. In Fukuoka beziehungsweise Hakata findest du die Dünne-Nudel-Tonkotsu-Linie, um die sich die ganze Süd-Folge dreht. Und in Tokyo lohnt sich statt eines einzelnen "besten Bezirks" eher eine Bezirks-Tour: Shinjuku-ku für die schiere Menge an Läden, dazu Chiyoda-ku und Minato-ku als Bezirke mit der nächsthöheren Dichte. Nimm dir pro Bezirk einen Nachmittag, lauf die Seitenstraßen abseits der Hauptachsen ab, und du stößt garantiert auf Läden, die in keiner Liste stehen und trotzdem richtig gut sind.
Ramen-Vokabular zum Japanisch-Lernen
Wenn du parallel Japanisch lernst, ist Ramen ein dankbares Einstiegsthema, weil sich die Fachbegriffe ständig wiederholen. Ein paar Begriffe, die du dir merken solltest:
- gotochi ramen – Ramen mit regionaler Identität, wörtlich "Ramen der jeweiligen Gegend"
- miso, shoyu, tonkotsu, shio – die vier großen Brühe-Kategorien, benannt nach ihrer Würzbasis: Miso-Paste, Sojasauce, Schweineknochen, Salz
- tare – die konzentrierte Würzbasis, die in die fertige Brühe kommt und je nach Laden und Region variiert
- chijire-men – wellige, gekräuselte Nudeln, wie sie typisch für Sapporo-Ramen sind
- chashu – geschmortes oder gebratenes Schweinebauch-Topping
Wer diese Begriffe einmal sitzen hat, versteht auf jeder Speisekarte in Japan sofort, worauf er sich einlässt – und kann beim nächsten Ramen-Japan-Marathon auf NHK World-Japan mitreden, ohne ständig nachzuschlagen.
