Hana Matsuri: Japans Blütenfest zum Geburtstag Buddhas

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Kinder mit rosa Blütenkronen ziehen beim Hana-Matsuri-Umzug durch Asakusa, Tokio.
Maarten Heerlien from The Hague, The Netherlands / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Überblick

Jedes Jahr am 8. April kommen an japanischen Tempeln Blumen zusammen, die sonst selten für ein einziges Gefäß gesammelt werden: Kirschzweige, Iris, frühe Azaleen, alles, was der April an Farbe hergibt. Sie werden zu einem kleinen Pavillon gebunden, dem (Hanamido, blumengeschmückter Pavillon), in dessen Mitte eine handgroße Statue des jungen Buddha steht. Das Fest heißt (Hana Matsuri, Blütenfest (Buddhas Geburtstagsfest)), wörtlich Blütenfest, und es feiert die Geburt Siddhartha Gautamas, der später zum Buddha wurde. Sein offizieller, religiöser Name lautet (Bussho-e, Zeremonie zu Buddhas Geburt), die Zeremonie zu Buddhas Geburt, doch im Alltag hat sich seit dem 20. Jahrhundert der bildhaftere Name Hana Matsuri durchgesetzt. Die Wurzeln reichen bis ins 7. Jahrhundert zurück, was das Fest zu einem der ältesten regelmäßig begangenen Rituale Japans macht. Und doch steht es, verglichen mit dem Kirschblütenfest (Hanami, Kirschblütenbetrachtung), dem Sternenfest (Tanabata, Sternenfest) oder dem Ahnenfest Obon, im Hintergrund. Wer es kennt, kennt es meist über den Tempel in der eigenen Nachbarschaft, nicht über die großen Reiseführer.

Die Geburt Buddhas im Garten von Lumbini

Der Überlieferung nach wurde Siddhartha Gautama im Garten von Lumbini geboren, unter einem blühenden Baum, an dem sich seine Mutter Maya beim Gehen festhielt. Die traditionelle Datierung setzt dieses Ereignis um das Jahr 563 vor unserer Zeitrechnung an, wobei die historische Forschung hier keine gesicherte Einigkeit erzielt und man diese Jahreszahl eher als religiöse Setzung denn als archivarisch belegtes Datum lesen sollte. Die Erzählung selbst betont den Baum, die Blüte, das Wasser und die Sanftheit der Geburt, und genau diese Bildwelt hat sich in das japanische Ritual übersetzt. Wo ein Baum blühte, blüht heute ein Pavillon aus Schnittblumen. Wo ein Kind geboren wurde, steht heute eine kleine, oft aus Bronze oder bemaltem Holz gefertigte Statue, die einen Finger zum Himmel und einen zur Erde streckt, eine Geste, die traditionell die Einzigartigkeit dieser Geburt ausdrückt.

Hana Matsuri
Sumitsurai / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Kanbutsu-e: Das Ritual der Buddha-Waschung

Das Herzstück von Hana Matsuri heißt (kanbutsu-e, Buddha-Waschungszeremonie), die Buddha-Waschungszeremonie. Besucher treten an den Hanamido, tauchen eine kleine Kelle in ein Becken und gießen damit (Amacha, süßer Tee aus Hortensienblättern) über die Statue, dreimal in der Regel, manchmal öfter. Amacha, süßer Tee, wird aus den fermentierten und getrockneten Blättern einer Hortensienart gewonnen (Hydrangea serrata, in Japan seit Jahrhunderten für genau diesen einen Tag im Jahr zubereitet), und sein Geschmack ist mild, leicht grasig, mit einer Süße, die nichts mit Zucker zu tun hat. Die Geste selbst ist einfach, fast beiläufig, und gerade darin liegt ihre Kraft: kein langes Gebet, keine komplizierte Choreografie, nur Tee, der über eine kleine Figur läuft, so wie der Legende nach Wasser über das neugeborene Kind fiel. Ich erinnere mich an einen 8. April in der Nähe von Mashiko, während meiner Lehrzeit dort: ein kleiner Tempel, kaum ein Dutzend Besucher, eine ältere Frau, die der Statue die Kelle reichte, bevor sie selbst goss. Keine Eile in dieser Bewegung, nur Wiederholung, Jahr für Jahr dieselbe Geste an derselben Stelle.

Vom Bussho-e zum Hana Matsuri: ein Fest verändert seinen Namen

Die Praxis kam mit dem Buddhismus selbst nach Japan und veränderte sich seither, wie es Rituale tun, wenn sie über Jahrhunderte an vielen Orten gleichzeitig gelebt werden. Formal blieb der Name Bussho-e, doch die Bevölkerung begann im Lauf des 20. Jahrhunderts, vom Blütenfest zu sprechen, von Hana Matsuri, und dieser Name blieb hängen, weil er beschreibt, was man sieht, bevor man versteht, was man sieht: Blumen, viele Blumen, an einem Ort, der sonst eher schlicht gehalten ist. Regional unterscheidet sich die Praxis spürbar. In Kyoto legt man Wert auf die kunstvolle Anordnung der Blumen am Hanamido, fast wie eine eigene kleine (Ikebana, japanische Blumensteckkunst)-Übung im Dienst des Rituals. In Tokyo dagegen ist Hana Matsuri oft ein Gemeinschaftsereignis mit größeren Besucherzahlen, weniger auf die einzelne Blüte konzentriert als auf die gemeinsame Handlung vieler Menschen an einem Vormittag.

Hana Matsuri
katorisi / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

Nicht jede buddhistische Schule feiert gleich

Hana Matsuri wird an Tempeln der meisten buddhistischen Schulen Japans begangen, darunter die Jodo-Schule und die Jodo-Shinshu-Schule, beide der Reinen-Land-Tradition zugehörig. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet die Nichiren-Schule: Sie beteiligt sich nicht an Hana Matsuri, sondern begeht stattdessen am 16. Februar den Geburtstag ihres eigenen Gründers Nichiren. Wer also an einem 8. April gezielt einen Nichiren-Tempel aufsucht, um eine kanbutsu-e-Zeremonie zu erleben, wird enttäuscht werden, und diese Unterscheidung lohnt sich zu kennen, bevor man plant.

Tempel, an denen sich das Fest erleben lässt

Wer Hana Matsuri direkt erleben möchte, findet an mehreren großen Tempeln verlässliche Anlaufstellen. Alle zeigen dieselbe Grundform des Rituals, den Hanamido, die Statue, den Amacha, und doch trägt jeder Ort seine eigene, lokal gewachsene Note.

Hana Matsuri
No machine-readable author provided. Wiki-uk assumed (based on copyright claims). / Wikimedia Commons (Public domain)
  • Zojoji-Tempel, Tokyo: farbenfroher Altar, jährliche kanbutsu-e-Zeremonie am 8. April.
  • Sensoji-Tempel, Asakusa, Tokyo: Tokyos ältester Tempel, gegründet im Jahr 628, Fest mit Blumen, Räucherwerk und dichten Besucherströmen.
  • Todaiji-Tempel, Nara: berühmt für seine große Buddha-Halle, eigener Schauplatz der jährlichen Zeremonie.

Wie man das Fest kennenlernt und mehr darüber erfährt

Der einfachste Zugang ist der direkte: am 8. April einen Tempel in der Nähe aufsuchen, ob in Tokyo, Nara oder einer kleineren Stadt, und schauen, ob dort ein Hanamido aufgebaut ist. Viele Tempel führen keine gesonderten Ankündigungen für Touristen, das Ritual gehört zum normalen religiösen Kalenderjahr, weshalb sich ein Blick auf die Website des jeweiligen Tempels oder eine kurze Nachfrage vor Ort lohnt. Für alle, die sich dem Fest über die Sprache nähern möchten, bieten die zentralen Begriffe einen guten Einstieg, jedes davon mit eigenen Kanji, die sich im Rahmen des Japanischlernens als kleines, in sich geschlossenes Vokabelfeld erschließen lassen, verbunden mit einem konkreten, sinnlich erfahrbaren Ritual statt mit abstrakter Grammatik.

  • Hana Matsuri: der gebräuchliche Name des Festes, wörtlich Blütenfest.
  • Bussho-e: der formale, religiöse Name der Zeremonie zu Buddhas Geburt.
  • kanbutsu-e: das Ritual der Buddha-Waschung selbst.
  • Hanamido: der blumengeschmückte Pavillon für die Statue.
  • Amacha: der süße Tee, der über die Statue gegossen wird.

Wer das Fest ernsthaft studieren will, findet in Einführungen zum japanischen Buddhismus und in den Kalendern großer Tempel wie Sensoji, Zojoji oder Todaiji verlässliche Anhaltspunkte. Was am Ende bleibt, ist ein kleiner Pavillon aus Blumen, eine Kelle, ein süßer Tee. Und die Geste, die sich jedes Jahr am selben Tag wiederholt.

KI-generiert

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