Kurobe Unazuki Onsen Togen: Ryokan-Guide für Toyama

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Kurobe-Fluss mit Ryokan-Gebäude am Ufer im winterlichen Unazuki Onsen
ネプチューン / Wikimedia Commons (Public domain)

Ich saß im Außenbecken, der Dampf zog in Fetzen über den Kurobe-Fluss, und hinter mir ratterte gerade die letzte Kurobe-Schlucht-Bahn des Tages Richtung Bergstation davon. Genau in diesem Moment wurde mir klar, warum Leute für die Kurobe Unazuki (onsen, heiße Quelle) Togen einen Umweg von mehreren Zugstunden aus Tokyo in Kauf nehmen. Das hier ist kein (Ryokan, traditionelles japanisches Gasthaus), das man nebenbei mitnimmt, das hier ist ein Ziel für sich.

Überblick: Was die Kurobe Unazuki Onsen Togen ausmacht

Die Kurobe Unazuki Onsen Togen liegt in Unazuki Onsen, einem Ortsteil von Kurobe City in der Präfektur Toyama, direkt am Ufer des Kurobe-Flusses und in Reichweite der Kurobe-Schlucht-Bahn. Wer von hier aus in die Kurobe-Schlucht will, steht praktisch schon am Eingang, was für mich als jemand, der sonst gefühlt ewig zu jeder Sehenswürdigkeit pilgert, ein echter Luxus ist. Das Haus verbindet klassische Ryokan-Gastfreundschaft, also den ganzen Service-Apparat, den du aus guten japanischen Herbergen kennst, mit einer Onsen-Atmosphäre, die um den Fluss und die umliegenden Berge herum gebaut ist. Kein Wellness-Resort von der Stange, sondern ein Haus, das sich klar über seine heißen Quellen definiert.

Simmons-Betten auf Tatami statt Futon

Das Detail, das mich am meisten überrascht hat: In den Zimmern liegen keine traditionellen Futons zum Ausrollen, sondern sogenannte Simmons Japanese Beds, also westliche Matratzenbetten der Marke Simmons, die eigens so gebaut wurden, dass sie auf (Tatami, Tatami-Matte)-Böden stehen. Für Ausländer wie mich, die nach zwei Wochen (Futon, Futon, Schlafmatratze)-Rücken langsam ans Aufgeben denken, ist das ehrlich gesagt eine Wohltat, auch wenn ich zugeben muss, dass es die Tatami-Romantik ein bisschen einkassiert. Du bekommst hier also das Beste, oder je nach Perspektive den Kompromiss, aus beiden Welten: traditionellen Raum, westliches Bettgefühl.

Zimmergrößen zwischen geräumig und Suite

Die Standardzimmer messen zwischen 12 und 15 Tatami-Matten, auf Japanisch als (jō, Zähleinheit für Tatami-Matten) gezählt, was umgerechnet ungefähr 19,4 bis 24,3 Quadratmetern reiner Wohnfläche entspricht (Bad und Flur nicht mitgerechnet). Nach unbestätigten Angaben soll ein 12-jō-Zimmer noch eine Sitzecke, das Simmons-Bett und die traditionellen Einbauschränke unterbringen, während sich ein 15-jō-Zimmer eher wie eine eigene Suite anfühlt, aber diese genauere Aufteilung ist bislang nicht durch offizielle Quellen bestätigt, ich würde sie also als Anhaltspunkt und nicht als Garantie behandeln. Fakt ist: Für japanische Verhältnisse sind das großzügige Zimmer, und wer schon mal in einem winzigen Business-Zimmer in Tokyo genächtigt hat, weiß den Unterschied sofort zu schätzen.

Baden mit Aussicht: Innen- und Außenbäder

Das Haus hat getrennte Innen- und Außenbäder, Letztere als (rotenburo, Freiluftbad, Außenbad) bezeichnet, und viele davon bieten Blick auf den Fluss oder die umliegenden Berge. Die übliche Onsen-Etikette gilt hier genauso wie überall sonst in Japan, auch wenn ich sie an dieser Stelle trotzdem kurz aufliste, weil sich gerade Erstbesucher gerne mal blamieren:

  • Vor dem Baden gründlich am Waschplatz abduschen, Seife und Shampoo bleiben draußen im Wasser tabu
  • Handtücher bleiben außerhalb des Beckens, niemand will dein Waschlappen im heißen Wasser treiben sehen
  • Lautstärke runterfahren, das Becken ist kein Poolparty-Ersatz

Halt dich einfach daran, dann fällst du nicht als der eine unhöfliche Ausländer auf, der es einfach nicht kapiert hat.

Die Premium Suite mit eigenem Rotenburo

Wer noch eine Nummer größer denkt, bucht die Premium Suite. Die ist nicht nur größer als die Standardzimmer und mit mehreren Wohnbereichen ausgestattet, sie hat auch ein eigenes Freiluftbad direkt mit Blick auf den Kurobe-Fluss und ist so positioniert, dass die Aussicht wirklich maximiert wird. Für mich der Moment, in dem ich kurz überlegt habe, ob ich meinen Rückflug einfach canceln soll (habe ich nicht, aber der Gedanke war da).

Unazuki Onsen als Ausgangspunkt für die Kurobe-Region

Unazuki Onsen selbst ist so etwas wie die zentrale Basisstation für Ausflüge in die Kurobe-Region. Der Ort ist parallel zur Entwicklung der Kurobe-Schlucht-Bahn zu einem festen Ziel für Bade- und Naturtourismus gewachsen, und genau diese Kombination, heiße Quellen plus Bahnanschluss in eine der eindrucksvolleren Schluchten Japans, macht den Ort auch heute noch relevant. Im Winter liegt hier regelmäßig Schnee, den Rest des Jahres ist die Umgebung grün und dicht bewachsen, was bedeutet: Du kannst eigentlich zu jeder Jahreszeit kommen und bekommst trotzdem ein komplett anderes Bild geliefert.

Wortschatz für unterwegs

Wenn du sowieso gerade dabei bist, dein Japanisch aufzupolieren, ist ein Aufenthalt in einem Ryokan wie diesem eigentlich ein Sprachkurs nebenbei. Begriffe wie onsen (heiße Quelle), rotenburo (Freiluftbad), (washitsu, Zimmer im japanischen Stil) (Zimmer im japanischen Stil) und jō (die Zähleinheit für Tatami-Matten) tauchen an jeder Ecke der Buchung und vor Ort auf, und wer sie einmal im Kontext erlebt hat, vergisst sie so schnell nicht wieder. Genau deshalb landen Orte wie die Kurobe Unazuki Onsen Togen bei mir regelmäßig auf der Liste, wenn ich nach Beispielen suche, an denen sich Sprache und Kultur gemeinsam lernen lassen.

Wenn du wissen willst, wie sich das Onsen-Ritual mit dem Rest eines Japan-Trips durch Toyama kombinieren lässt und was die Kurobe-Schlucht-Bahn sonst noch zu bieten hat, schau doch mal in die verlinkten Artikel dazu.

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