Hakone Glass no Mori: Venezianisches Glas trifft Wunderkammer in Japan

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Hakone Glass no Mori: Venezianisches Glas trifft Wunderkammer in Japan
Bildquelle: hakone-oam.or.jp

Hakone Glass no Mori: Was steckt hinter diesem Museum?

Kennst du das Gefühl, wenn du irgendwo ankommst und sofort denkst, dass du das nie erwartet hättest? Genau das passiert vielen Besuchern beim Hakone Glass no Mori Museum, auf Japanisch oft kurz Garasu no Mori genannt. Das Museum liegt in Sengokuhara, einem ruhigen Teil von Hakone, und ist seit seiner Eröffnung im Jahr 1997 eine feste Größe in der Region Odawara-Hakone.

Kein Witz: Das Gelände ist nach venezianischem Vorbild gestaltet. Steinerne Bögen, Wasserspiele und Rosengärten. Und das alles mit Blick auf den Fuji, wenn das Wetter mitspielt. Rund 3.000 Exponate aus venezianischem Glas, davon ein Großteil aus dem 15. Bis 19. Jahrhundert, bilden die Dauersammlung. Das ist europäische Kunstgeschichte mitten in Japan, und das Museum nimmt das ernst.

Die Wunderkammer-Ausstellung: Welterschaffung aus Glas

Die aktuelle Sonderausstellung trägt den Titel Wunderkammer, ein Begriff, der direkt aus dem deutschsprachigen Europa stammt. Wunderkammern waren im 16. Und 17. Jahrhundert Sammlungen von Raritäten, Kunstobjekten und Naturwundern, die fürstliche Sammler anlegten, um die Welt in einem Raum abzubilden. Das Museum überträgt dieses Konzept auf venezianisches Glas und fragt, was wäre, wenn Glas eine ganze Welt erschaffen könnte?

Glas als Medium der Welterschaffung

Die Ausstellung zeigt Glasobjekte, die Himmelskörper, Meerestiefen und botanische Welten nachbilden. Für Japanisch-Lerner ist das Thema übrigens sprachlich interessant: Das japanische Wort für Glas lautet Garasu, abgeleitet vom niederländischen Glas, das portugiesische und niederländische Kaufleute im 16. Jahrhundert nach Japan brachten. Kein Wunder, denn Japan hatte damals kaum eigene Glasproduktion und übernahm sowohl das Material als auch das Wort.

Was viele übersehen: Venezianisches Glas kam nicht direkt aus Venedig nach Japan. Der Weg führte über Handelsnetzwerke, portugiesische Missionare und später niederländische Kaufleute. Die Ausstellung im Glass no Mori macht diesen globalen Austausch sichtbar, ohne ihn aufdringlich zu erklären. Die Objekte sprechen für sich.

Kulturnews aus Odawara-Hakone: Warum das für Japan-Fans wichtig ist

Apropos Hakone: Die Region ist bei Japanreisenden vor allem für den Blick auf den Fuji, die Bergbahnen und die Onsen bekannt. Dass hier ein ernsthaftes Glaskunstmuseum mit europäischem Schwerpunkt existiert, geht im Reisetrubel oft unter. Die Lokalzeitung Odawara Hakone Keizai Shimbun berichtete über die aktuelle Wunderkammer-Ausstellung und hob besonders die atmosphärische Inszenierung hervor, bei der Lichtinstallationen die Glasarbeiten in Szene setzen.

Hand aufs Herz: Für viele Japan-Fans ist Hakone ein Tagesausflug von Tokio aus, schnell abgehakt nach dem Pflichtprogramm am Ashino-See. Aber wer das Glass no Mori in die Route einbaut, bekommt ein Museum, das kulturell weit mehr leistet, als man vermuten würde. Die Kombination aus europäischer Kunstgeschichte, japanischer Museumskultur und der schlichten Qualität der Exponate ist selten.

Für Japanisch-Lerner: Vokabeln rund ums Museum

Rate mal, was der japanische Begriff für Ausstellung ist? Tenrankai. Und ein Museum heißt Bijutsukan, wenn es sich um Kunst handelt, oder Hakubutsukan für ein allgemeines Museum. Das Glass no Mori nennt sich selbst Bijutsukan, ordnet sich also klar im Kunstbereich ein. Wer vor Ort Japanisch üben will, kann an der Kasse nach dem Audioguide fragen: Onegaishimasu, odio gaido wa arimasu ka? Das kommt immer gut an.

Was ich besonders mag: Das Museum hat einen Garten, den man auch ohne Museumsticket teilweise einsehen kann. Dort hängen im Sommer Glasarbeiten zwischen den Bäumen. Das ist kein großes Event, kein kuratiertes Instagram-Erlebnis, sondern einfach Glas und Natur. Meiner Erfahrung nach sind genau solche ruhigen Momente in Japan die, die am längsten bleiben.

Besuch planen: Praktische Infos zum Glass no Mori

Das Hakone Glass no Mori Museum befindet sich in Sengokuhara 940-48, Hakone-machi, Ashigarashimo-gun, Kanagawa. Mit dem Hakone Tozan Bus von Hakone-Yumoto ist man in etwa 40 Minuten dort. Öffnungszeiten sind in der Regel täglich von 10 bis 17:30 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene liegt bei 1.800 Yen. Fairerweise muss man sagen, dass das für ein Spezialmuseum in Japan kein günstiger Preis ist, aber die Qualität der Exponate rechtfertigt ihn. Ein gutes Beispiel dafür, dass Museen in Japan oft besser sind als ihr Ruf im Reiseführer.

Mein Tipp: Den Besuch mit einem frühen Start verbinden, damit man noch Zeit für einen Spaziergang im Garten hat, bevor die Tagesbusse aus Tokio ankommen. Die Wunderkammer-Sonderausstellung läuft begrenzt, also am besten vorab auf der offiziellen Website des Museums prüfen, ob sie noch zu sehen ist. Nicht schlecht, oder?

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Häufige Fragen

Was ist das Hakone Glass no Mori Museum?

Das Hakone Glass no Mori Museum in Sengokuhara, Hakone, ist ein Kunstmuseum mit rund 3.000 Exponaten venezianischen Glases vom 15. Bis 19. Jahrhundert. Das Gelände ist im venezianischen Stil gestaltet und zeigt neben der Dauerausstellung regelmäßig Sonderausstellungen.

Was ist die Wunderkammer-Ausstellung im Glass no Mori?

Die Sonderausstellung Wunderkammer zeigt venezianische Glasarbeiten, die Himmel, Meere und Natur nachbilden. Das Konzept greift die historischen europäischen Wunderkammern des 16. Und 17. Jahrhunderts auf, in denen Sammler Raritäten und Kunstobjekte als Abbild der Welt zusammentrugen.

Wie kommt man zum Hakone Glass no Mori Museum?

Mit dem Hakone Tozan Bus ab Hakone-Yumoto Bahnhof in etwa 40 Minuten. Die Haltestelle heißt Garasu no Mori Mae. Das Museum ist täglich geöffnet, der Eintritt beträgt rund 1.800 Yen für Erwachsene.

Quellen

  1. Odawara Hakone Keizai Shimbun: Wunderkammer-Ausstellung im Glass no Mori

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