Drei Tage Kanazawa: Kenroku-en, Kunst und Altstadt

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Drei Tage Kanazawa: Kenroku-en, Kunst und Altstadt
Bildquelle: kanazawa21.jp

Fairerweise muss man sagen, Kanazawa spielt nicht die laute Karte von Tokio oder Osaka. Genau das macht die Stadt so gut, denn hier geht es langsamer, feiner und oft deutlich besser planbar zu.

Kanazawa in Ishikawa, warum sich die Reise sofort lohnt

Kanazawa liegt in der Praefektur Ishikawa an der Westkueste von Honshu und ist seit der Hokuriku-新幹線 (Shinkansen, Hochgeschwindigkeitszug)-Verlaengerung 2015 viel leichter erreichbar. Von Tokyo dauert die Fahrt mit dem Kagayaki je nach Verbindung etwa 2 Stunden und 30 Minuten, also genau lang genug fuer Vorfreude, aber nicht so lang, dass der Tag verloren geht.

Schauen wir uns mal die Mischung genauer an. Kaum eine andere Stadt in Japan verbindet einen beruehmten Landschaftsgarten, zeitgenoessische Museen und eine historisch gewachsene Altstadt so dicht auf einem gut lauffaehigen Stadtgebiet.

Der Grund ist simpel: Kanazawa war waehrend der Edo-Zeit Sitz des Maeda-Clans, der Kaga-Domains, und genau dieser Reichtum hat eine Kultur aus Kunsthandwerk, Teehusern und gepflegter Stadtstruktur hinterlassen. Wenn du Japanisch lernst, merkst du das sofort an Ortsnamen, Aushaengen und Museumsbeschriftungen, die oft klarer und lesbarer sind als in den Mega-Cities.

Was ich besonders mag, ist die Ruhe zwischen den Sehenswuerdigkeiten. Du kannst morgens Garten, mittags Museum und abends durch enge Gassen laufen, ohne das Gefuehl zu haben, nur von Spot zu Spot zu hetzen. Verrueckt, oder?

Kenroku-en, der Garten, der Kanazawa definiert

Kenroku-en gehoert zu den bekanntesten Landschaftsgaerten Japans und zaehlt zusammen mit Kairaku-en in Mito und Koraku-en in Okayama zu den sogenannten drei beruehmten Gaerten des Landes. Die Anlage entstand schrittweise ab dem 17. Jahrhundert und wurde 1874 fuer die Oeffentlichkeit geoeffnet, also lange bevor viele heutige Reisende ueberhaupt einen Zug nach Ishikawa genommen haben.

Stell dir vor, du stehst frueh am Morgen am Eingang, bevor die Tagesgruppen kommen. Dann siehst du den Kasumiga-池 (ike)-Teich, die kunstvoll platzierten Steinlaternen und im Winter die 雪吊り (yukitsuri, Schnee-Schutzseile), jene Seile, mit denen die Aeste vor schwerem Schnee geschuetzt werden. Gerade im Schneemonat ist das ein Bild, das man nicht vergisst.

Ein Tipp fuer Leser von jpnerd.com, die auch sprachlich etwas mitnehmen wollen: Hier lernst du ganz nebenbei Begriffe wie 庭 (niwa) fuer Garten, ike fuer Teich und teahouse in ihrer japanischen Form, oft in Beschilderungen und Audioguides. Das bringt uns zu einem praktischen Punkt, denn Kenroku-en ist nicht nur schoen, sondern auch ein guter Ort fuer langsames, lesendes Reisen.

Absolute Empfehlung: Plane fuer den Garten mindestens 90 Minuten ein, besser zwei Stunden, wenn du fotografierst oder dich einfach setzen willst. Im Fruehling und Herbst ist das Licht weich und die Wege sind deutlich angenehmer als in der heissen Sommermitte. Aber das ist noch nicht alles.

Art und cafe hopping in Kanazawa, moderne Kultur mit ruhigem Takt

Kanazawa ist keine reine Traditionskulisse, sondern eine Stadt, die Kunst ernst nimmt. Das 21st Century Museum of Contemporary Art, Kanazawa, entworfen von SANAA, wurde 2004 eroeffnet und ist schon architektonisch ein Grund fuer den Besuch. Die runde Glasfassade, die offenen Sichtachsen und die frei begehbaren Bereiche machen das Museum sehr anders als klassische Museen in Japan.

Kein Wunder, denn die Stadt hat eine lange Handwerks- und Designtradition, die sich heute in Galerien, Concept Stores und kleinen Cafes fortsetzt. Wer cafe hopping mag, findet rund um Korinbo, die Gegend zwischen Bahnhof und Innenstadt, viele Orte mit schmalen Espressobars, 抹茶 (matcha, Grüntee-Pulver)-Suesse und gutem Gebaeck.

Stell dir eine schmale Gasse in Tokio vor. Jetzt nimm denselben Sinn fuer Detail, aber ohne den Laerm, ohne das Gedraenge und mit deutlich mehr Zeit fuer den Barista. Genau so fuehlt sich ein Teil von Kanazawa an, besonders wenn du morgens bei einem kleinen Roastery stopst und danach direkt weiter in eine Galerie gehst.

Was ich besonders mag, ist die Kombination aus moderner Kunst und lokalem Handwerk. In vielen Shops findest du Kaga-Yuzen, Blattgold-Produkte und Keramik, und das ist kein Souvenir-Kitsch, sondern oft wirklich sauber kuratiert. Glaub mir: Wenn du ein Auge fuer Gestaltung hast, wirst du in Kanazawa schneller fuendig als in mancher groesseren Stadt.

Insider-Tipp: Plane das 21st Century Museum nicht an einem Montag, weil viele Museen in Japan an diesem Tag geschlossen sind. Pruefe vorher die Tageszeiten fuer Sonderausstellungen, denn gerade dort wechseln die Schwerpunkte regelmaessig.

Altstadt von Kanazawa, Higashi Chaya und Nishi Chaya richtig erleben

Rate mal, was in Kanazawa am meisten nach altem Japan aussieht, ohne wie ein Freilichtpark zu wirken? Genau, die Chaya-Viertel. Besonders Higashi Chaya ist mit seinen Holzfassaden, schmalen Strassen und ehemaligen Teehusern eines der am besten erhaltenen Viertel der Stadt.

Der Grund ist simpel: Diese Gegenden waren jahrhundertelang Orte fuer Unterhaltung, Musik und gesellschaftliche Treffen. Heute sitzen dort oft Cafes, 和菓子 (wagashi, japanische Süßigkeiten)-Laeden und kleine Museen, aber die Struktur der Strassen bleibt erstaunlich dicht an der historischen Form.

Schauen wir uns mal Nishi Chaya genauer an. Es ist kleiner und ruhiger als Higashi Chaya, dafuer oft angenehmer, wenn du nicht nur Fotos machen, sondern wirklich gehen und schauen willst. Gerade am spaeten Nachmittag ist das Licht dort hervorragend, und die Stimmung wirkt weniger inszeniert.

Wenn du drei Tage in Kanazawa hast, wuerde ich die Altstadt nicht mit zu viel Programm ueberladen. Erst durch die Gassen laufen, dann in ein Cafe, dann vielleicht in ein kleines Kunsthandwerksgeschaeft, so entfaltet die Stadt ihre Staerke am besten. Warte, da kommt noch mehr.

Drei Tage Kanazawa, so koennte deine Route aussehen

Tag 1 gehoert der Ankunft, dem Stadtgefuehl und einem ersten Spaziergang durch die Altstadt. Nach dem Check-in ist der Weg nach Higashi Chaya ideal, weil du dort sofort ein Gespuer fuer Kanazawas Tempo bekommst, bevor du am Abend irgendwo Soba oder 海鮮丼 (kaisen-don, Reisschale mit Meeresfrüchten) isst.

Tag 2 sollte Kenroku-en und das 21st Century Museum verbinden. Vormittags Garten, mittags Museum, nachmittags ein Cafe in Korinbo, das ist eine Route, die nicht ueberlaedt und trotzdem viel bietet.

Tag 3 ist perfekt fuer Nishi Chaya, kleinere Galerien und vielleicht einen Einkaufsstopp fuer Kunsthandwerk. Ohne Uebertreibung: Kaum eine andere japanische Mittelstadt laesst sich so gut in drei dichte, aber entspannte Reisetage packen.

Mein Tipp: Wenn du Japanisch lernst, notiere dir unterwegs drei bis fuenf neue Woerter pro Tag, am besten aus Beschilderungen, Menus und Museumsinfos. So bleibt die Reise nicht nur im Kopf, sondern auch im Vokabelheft, und genau das macht Kanazawa fuer Fans und Lerner so stark. Siehst du, was ich meine?

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Haeufige Fragen

Wie viele Tage sollte man fuer Kanazawa einplanen?

Drei Tage sind ideal, weil du damit Kenroku-en, ein Kunstmuseum und die Altstadt ohne Hektik unterbringst.

Lohnt sich Kanazawa auch beim ersten Japan-Trip?

Ja, gerade dann. Die Stadt ist gut lesbar, angenehm groesser als ein Tagesausflug und trotzdem deutlich entspannter als die ganz grossen Metropolen.

Wann ist die beste Reisezeit fuer Kenroku-en?

Fruehling und Herbst sind besonders stark, aber auch der Winter hat mit den Schneeseilen einen sehr eigenen Reiz.

Quellen

  1. Originalquelle
  2. Kanazawa City Tourism Association
  3. 21st Century Museum of Contemporary Art, Kanazawa

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