Dragon Quest in der World Video Game Hall of Fame

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Dragon Quest in der World Video Game Hall of Fame
Bildquelle: RAWG

Ein RPG-Gigant bekommt seinen Platz in der Geschichte

Kennst du das Gefühl, wenn ein Spiel aus deiner Kindheit plötzlich offiziell als Kulturgut anerkannt wird? Genau das ist jetzt mit Dragon Quest passiert. Square Enix hat bekannt gegeben, dass Dragon Quest in die World Video Game Hall of Fame des The Strong National Museum of Play in Rochester, New York, aufgenommen wurde.

Das Museum gilt als die weltweit bedeutendste Institution für Spielkultur. Die Hall of Fame zeichnet seit 2015 Spiele aus, die nachweislich die Videospielkultur geprägt haben. Bisher wurden Titel wie Tetris, Super Mario Bros., Minecraft und Pokémon aufgenommen. Dragon Quest reiht sich damit in eine sehr erlesene Gruppe ein.

Aber bleiben wir noch bei dem, was diesen Moment besonders macht. Dragon Quest erschien 1986 in Japan, entwickelt von Yuji Horii, mit Charakterdesigns von Akira Toriyama, dem Schöpfer von Dragon Ball, und Musik von Koichi Sugiyama. Das war kein gewöhnliches Release. Es war der Startschuss für ein ganzes Genre, so wie wir es heute kennen.

Warum Dragon Quest für Japan so viel mehr bedeutet als ein Spiel

Fun Fact: In Japan war Dragon Quest zeitweise so beliebt, dass die Regierung ernsthaft darüber nachdachte, neue Teile nur noch an Wochenenden zu veröffentlichen. Zu viele Schüler und Angestellte der Schule oder der Arbeit blieben fern, um den neuen Teil zu spielen. Das ist kein Witz. Das ist ein überliefertes Stück japanischer Popkultur.

Der Begriff „Dragon Quest" ist in Japan so tief verankert, dass er in vielen Generationen sofort ein Gefühl von Nostalgie auslöst. Das Spiel hat das JRPG-Genre, also das Japanese Role-Playing Game, überhaupt erst salonfähig gemacht. Viele Entwickler, die später selbst legendäre Spiele produzierten, nennen Dragon Quest als ihre primäre Inspiration. Das liegt daran, dass es 1986 als erstes Spiel dieser Art dem breiten Publikum in Japan zugänglich gemacht wurde. Es hatte ein einfaches Kampfsystem, eine klare Heldenreise und eingängige Melodien, die bis heute jeder Japaner kennt.

Was viele übersehen: Dragon Quest ist in Japan tatsächlich noch populärer als in Europa oder Amerika. Während Final Fantasy im Westen oft den größeren Bekanntheitsgrad hat, ist Dragon Quest in Japan das nationale RPG, so etwas wie das Heiligtum des Genres. Das Wort „勇者 (yuusha, Held)", auf Romaji geschrieben, bedeutet Held. Der Dragon Quest-Held ist in Japan ein Archetyp, vergleichbar mit dem klassischen Märchenhelden hierzulande.

Dragon Quest und die japanische Sprache lernen

Ich erinnere mich noch genau, wie ich mit einem älteren Dragon Quest-Teil angefangen habe, erste japanische Wörter zu lernen, einfach weil ich die Original-Dialoge verstehen wollte. Das ist gar nicht so selten. Viele Japanisch-Lerner berichten, dass JRPGs ihr erster echter Kontakt mit der japanischen Sprache waren, bevor sie irgendwann mit dem strukturierten Lernen begannen.

Konkret heißt das: Wer Dragon Quest auf Japanisch spielt, begegnet einem klaren, relativ zugänglichen Vokabular. Begriffe wie „旅 (tabi, Reise)" (Reise), „城 (shiro, Burg)" (Burg) oder „魔王 (maou, Dämonenkönig)" (Dämonenkönig) tauchen regelmäßig auf und bleiben durch den Spielkontext im Gedächtnis. Mein Tipp: Wer Japanisch lernt und Spiele mag, sollte Dragon Quest in der originalen japanischen Version ausprobieren, auch wenn es am Anfang langsam geht. Die Wiederholung in Spielen ist eine der effektivsten Methoden, neues Vokabular zu festigen.

Was die Aufnahme in die Hall of Fame konkret bedeutet

Rate mal, was die Jury bei der Auswahl der Hall-of-Fame-Kandidaten bewertet? Ikonizität, Langlebigkeit, geografische Reichweite und kulturellen Einfluss. Dragon Quest erfüllt alle vier Kriterien mit Bravour. Die Reihe umfasst mittlerweile zwölf Hauptteile, unzählige Spin-offs und hat weltweit über 84 Millionen Einheiten verkauft. Dragon Quest XI, erschienen 2017 in Japan und 2018 im Westen, hat allein über sechs Millionen Exemplare abgesetzt.

Square Enix als Publisher hat die Aufnahme natürlich enthusiastisch kommentiert. Und das zu Recht. Es ist eine offizielle Anerkennung durch eine amerikanische Institution, was zeigt, wie weit der kulturelle Einfluss japanischer Spieleentwicklung reicht. Typisch Japan, oder? Ein Spiel, das in Tokio entwickelt wurde, landet in einer Hall of Fame in Rochester, New York, und wird weltweit gefeiert.

Hand aufs Herz: Für viele von uns, die Japan lieben, ist Dragon Quest kein reines Spiel. Es ist ein Fenster in eine Erzähltradition, in eine bestimmte Art, wie Japan Heldengeschichten erzählt, wie Musik in Videospielen eingesetzt wird und wie einfache Mechaniken emotionale Tiefe erzeugen können. Einfach genial, was Yuji Horii und sein Team 1986 losgetreten haben.

Was ich besonders mag: Dragon Quest hat nie versucht, westliche Trends zu kopieren. Es ist immer eigenständig japanisch geblieben, in Ästhetik, Erzählstruktur und Humor. Und genau dafür wird es jetzt geehrt. Mein Fazit: Diese Hall-of-Fame-Aufnahme ist überfällig und absolut verdient.

Häufige Fragen

Was ist die World Video Game Hall of Fame?

Die World Video Game Hall of Fame ist eine Auszeichnung des The Strong National Museum of Play in Rochester, New York. Seit 2015 werden dort Spiele aufgenommen, die die Videospielkultur weltweit nachhaltig geprägt haben.

Wann wurde das erste Dragon Quest veröffentlicht?

Das erste Dragon Quest erschien 1986 in Japan. Es gilt als Mitbegründer des japanischen Rollenspiels als eigenes Genre und wurde von Yuji Horii entwickelt.

Wie viele Teile hat die Dragon Quest-Reihe?

Die Hauptreihe umfasst zwölf nummerierte Teile. Dazu kommen zahlreiche Spin-offs und Ableger. Weltweit wurden über 84 Millionen Einheiten der gesamten Reihe verkauft.

Quellen

  1. Square Enix Pressemitteilung: Dragon Quest inducted into the World Video Game Hall of Fame

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