Naoki Hamaguchi und die 40 Playthroughs
Kein Witz: Naoki Hamaguchi, der Regisseur von Final Fantasy VII Remake und Final Fantasy VII Rebirth, hat den dritten Teil der Trilogie bereits über 40 Mal von Anfang bis Ende durchgespielt. Das bestätigte er gegenüber Nintendo Life. Wer denkt, das sei normale Qualitätssicherung, liegt nur halb richtig.
Das liegt daran, dass ein vollständiger Playthrough eines Final Fantasy-Titels locker 40 bis 80 Stunden dauern kann. Bei 40 Durchläufen reden wir also von einer schwindelerregenden Menge an Spielzeit, die ausschließlich in diesen einen Titel geflossen ist. Das deutet auf einen sehr weit fortgeschrittenen Entwicklungsstand hin. Einfach genial, wenn man bedenkt, wie komplex das Spieldesign dieser Reihe ist.

Hamaguchi arbeitet seit Jahren bei Square Enix und ist seit Final Fantasy VII Remake 2020 das Gesicht der Trilogie. Er hat in Interviews immer wieder betont, wie persönlich er das Projekt nimmt. Ein Regisseur, der seinen eigenen Titel 40 Mal spielt, signalisiert, dass hier nicht mehr entwickelt wird, sondern dass hier poliert wird.
Was sagen 40 Playthroughs über den Release-Zeitplan?
Der Entwicklungsstand lässt sich aus dieser Zahl herauslesen. Wenn Hamaguchi wirklich 40 vollständige Durchläufe hinter sich hat, bedeutet das fast zwingend, dass das Spiel sich in einer späten Testphase befindet. Grobe Inhaltsentwicklung, die sogenannte Alpha-Phase, ist dann längst abgeschlossen. Was bleibt, sind Balancing, Bug-Fixes und die berüchtigte Lokalisierung in viele Sprachen, darunter natürlich auch Japanisch und Deutsch.
Was viele nicht wissen: Square Enix hat Final Fantasy VII Rebirth im Februar 2024 veröffentlicht, also gut drei Jahre nach dem Remake von 2020. Hält man diesen Rhythmus ein, wäre 2027 ein realistisches Fenster für Teil 3. Manche Analysten und Community-Mitglieder im Subreddit r/FFVIIRemake spekulieren sogar auf Ende 2026 oder Frühjahr 2027. Die 40 Playthroughs geben dieser These durchaus Gewicht.
Final Fantasy VII und die japanische Spielekultur
Ich erinnere mich noch genau, als Final Fantasy VII 1997 das erste Mal erschien und die gesamte JRPG-Welt auf den Kopf stellte. Damals war es ein PS1-Titel, der mit seiner cinematischen Erzählweise alles veränderte, was man von Rollenspielen kannte. Für viele westliche Spieler war es auch der erste Kontakt mit japanischer Popkultur überhaupt.
Der Begriff "仕事 (shiigoto, Arbeit; Job)" bedeutet im Japanischen Arbeit oder Job. Und das, was Hamaguchi und sein Team bei Square Enix leisten, ist shiigoto im reinsten Sinne. Die Entwicklung eines Final Fantasy-Titels ist keine kreative Spielerei, sondern industrielle Präzisionsarbeit mit Hunderten von Mitarbeitern über mehrere Jahre. Deshalb ist die Meldung über die 40 Playthroughs kein PR-Gag, sondern ein echter Hinweis auf reife Entwicklungsarbeit.
Mein Tipp: Wer die Welt von Final Fantasy VII noch tiefer verstehen will, sollte sich einmal das japanische Original von 1997 anschauen, am besten mit japanischen Untertiteln. Viele der Charakternamen und Begriffe, etwa "Sephiroth", "Midgar" oder "Jenova", sind direkte Übernahmen oder Ableitungen aus der japanischen Originalversion und ergeben im sprachlichen Kontext ganz neue Bedeutungsebenen. Für Japanisch-Lerner ist das ein unerwartetes Lernfeld.
Square Enix und der Druck aus Tokio
Fun Fact: Square Enix hat seinen Hauptsitz in 新宿 (Shinjuku, Shinjuku (Bezirk)), Tokio, genauer gesagt im Shinjuku Eastside Square Gebäude. Wer Japan kennt, weiß, dass Shinjuku einer der dichtesten Geschäftsbezirke der Welt ist. Dort, inmitten des urbanen Trubels, entsteht seit Jahren an der Fortsetzung einer der bekanntesten Spielereihen aller Zeiten.
Der Druck auf Square Enix ist enorm. Final Fantasy XVI, das 2023 erschien, wurde von manchen Fans als Schritt zurück bewertet, während Final Fantasy VII Rebirth als kommerzieller und kritischer Erfolg gilt. Die Folge ist, dass sich jetzt alle Augen auf Teil 3 der Remake-Trilogie richten, der das Versprechen des Originals endgültig einlösen soll. Hamaguchis 40 Playthroughs wirken da fast wie eine stille Botschaft an die Community.
Was wir von Teil 3 erwarten können
Ohne Übertreibung: Die Geschichte von Final Fantasy VII gehört zu den erzählerisch mutigsten in der Videospielgeschichte. Das Ende von Rebirth hat gezeigt, dass Hamaguchi und sein Team nicht einfach das Original nacherzählen, sondern aktiv neu interpretieren. Teil 3 wird diese Fäden aufnehmen müssen und dabei sowohl Nostalgiker als auch neue Spieler abholen.
Was ich besonders mag, ist die Art, wie die Musik von Nobuo Uematsu und seinem Nachfolger Masashi Hamauzu die emotionale Last der Geschichte trägt. "Aerith's Theme", "One-Winged Angel" oder der Haupttitel sind Stücke, die selbst ohne Spielerfahrung sofort Gänsehaut erzeugen. Für Japanisch-Lerner: Der Begriff "音楽 (ongaku, Musik)" bedeutet Musik. Und die ongaku dieser Serie ist Welterbe, das klingt übertrieben, stimmt aber so.
Ach ja, fast vergessen: Hamaguchi hat in früheren Interviews angedeutet, dass Teil 3 alle offenen Handlungsstränge abschließen und gleichzeitig etwas vollkommen Neues wagen wird. Was das konkret bedeutet, bleibt offen. Aber nach 40 Playthroughs dürfte er zumindest selbst sehr genau wissen, wo die Geschichte hinführt. Für mich persönlich ist das die spannendste Ankündigung im JRPG-Bereich seit Jahren.
Aber das ist noch nicht alles. Sobald Square Enix einen offiziellen Termin bekannt gibt, werden wir hier auf jpnerd.com direkt berichten. Mehr Japan-News auf jpnerd.com
Häufige Fragen
Wann erscheint Final Fantasy VII Teil 3?
Ein offizielles Datum steht noch nicht fest. Basierend auf dem Erscheinungsrhythmus der Vorgänger und dem fortgeschrittenen Entwicklungsstand gilt 2027 als realistisches Erscheinungsjahr. Manche Spekulationen gehen auch von Ende 2026 aus.
Warum hat Regisseur Hamaguchi das Spiel schon 40 Mal gespielt?
Das gehört zum normalen Qualitätssicherungsprozess bei großen Spielentwicklungen. Als Regisseur testet Hamaguchi das Spiel wiederholt, um Balancing, Spielfluss und Erzählung zu verfeinern. 40 vollständige Durchläufe deuten auf eine sehr späte Entwicklungsphase hin.
Für welche Plattformen erscheint Final Fantasy VII Teil 3?
Noch nicht offiziell bestätigt. Die Vorgänger erschienen zunächst exklusiv für PlayStation, bevor sie auf PC und Xbox portiert wurden. Es ist wahrscheinlich, dass Teil 3 demselben Muster folgt.



